Staßfurt (dpa/cm) | Der Gründer des Zirkus Probst, Rudolf Probst, ist tot. Er sei im Alter von 92 Jahren im Altenpflegeheim in Schneidlingen aus Altersgründen gestorben, sagte Zirkus-Geschäftsführer Andreas Blessmann am Donnerstag und bestätigte damit Medienberichte. Rudolf Probst hatte den Zirkus 1945 gegründet. Seinen Stammsitz hat das Akrobaten-Team in Staßfurt. In diesem Jahr pausiert der Betrieb.

Rudolf Probst, aus einer Zirkus-Dynastie stammend, legte den Grundstein für den Zirkus Probst bereits 1945 in Dessau. Die DDR-Behörden witterten Konkurrenz zum Staatszirkus. Zweimal wurde Rudolf Probst ins Gefängnis gesperrt, 1953 wegen angeblicher Steuerhinterziehung, 1973 wegen vorgeblicher Verstöße gegen das Zollgesetz. Beide Male wurde der Zirkus beschlagnahmt.

In der Zwischenzeit konnte Rudolf Probst vor allem in Ungarn, Tschechien und Polen Erfolge feiern. 1966 erhielt Rudolf Probst sogar das Angebot, für den Ringling Brothers Circus aus Amerika zu arbeiten, der weltweit bekannt war. Die Ausreisebestimmungen der DDR verhinderten das.

Die Familie Probst hoffte, dass das Geschäft mit dem Zirkus nach der Wende einfacher werden würde. Daraus wurde nichts, aber die Staßfurter machten weiter: Das 50-jährige Bestehen feierte der Zirkus 1995 mit einer Tournee, die etwa 300.000 Besucher anlockte. In den folgenden Jahren erhielt die Familie Probst verschiedene Preise. Seit 2005 war Rudolf Probst im Ruhestand, die Geschäfte führen seine Kinder.