In der jüngsten Stadtratssitzung wurden Untersuchungen für ein Hochleistungsdatennetz vorgestellt. Auch die finanzielle Situation der drei Gierfähren kam zur Sprache.

Barby l Der Stadtrat gab grünes Licht, ein Fachbüro aus Magdeburg mit der Planung und Durchführung der Maßnahme "Errichtung eines Qualmdeiches zum Schutz vor Hoch-, Grund- und Drängewasser in Tornitz" zu beauftragen. Es wurde betont, dass der Beschluss "vorbehaltlich der noch abzuwartenden Stellungnahme des Landesbetriebes für Hochwasserschutz" (LHW) gelten wird. Denn der LHW müsse zuvor grundsätzlich klären, wer für dieses Vorhaben zuständig ist. Die Kosten für den kleinen Damm werden mit rund 200000 Euro angegeben. Es handelt sich um einen Deich hinter dem Saaledeich, der Drängewasser abfängt, das durch den Untergrund durchsickert und Qualmwasser genannt wird (die Volksstimme berichtete).

Auch dem Bau eines Walls von der Groß Rosenburger Gemarkung "Altes Spittel" bis zur "Sandschelle" wurde zugestimmt. Dort muss Drängewasser von der Ortslage abgehalten werden.

Kaum Interesse

Dieter Schwarzenau, Professor für Kommunikationstechnik an der Hochschule Magdeburg, berichtete über die Machbarkeitsuntersuchung für ein Hochleistungsdatennetz in der Einheitsgemeinde Barby. Nach seinen Worten habe man im Zuge der Ist-Analyse mehrheitlich eine relativ gute Abdeckung ermittelt. Es gebe aber auch Ausnahmen wie Lödderitz. Dennoch müsse das Datennetz "zukunftsfähiger" gemacht werden. Dazu gab es eine Bedarfsermittlung, die allerdings kaum auf Interesse gestoßen sei. Offenbar hatten sich Bürger und Firmen nicht für die Veröffentlichung auf der Homepage der Stadt Barby interessiert, die dort noch immer abrufbar ist.

Bauamtsleiter Holger Goldschmidt sagte zu, das Thema erneut und offensiver anzugehen. "Die Bevölkerung denkt vielleicht, dass sie zukunftsfähig versorgt ist. Das ist aber nicht der Fall", unterstrich Dieter Schwarzenau. Er legte der Verwaltung ans Herz, bei Tiefbaumaßnahmen vorausschauend zu sein und prophylaktisch Leerrohre für Glasfaserkabel im Boden verlegen zu lassen. Eine Möglichkeit würde demnächst in Rosenburg bestehen, wo Erdgas Mittelsachsen Gasleitungen verlegt.

Holger Goldschmidt reagierte auf die wiederholte Kritik zu den eingeschränkten Zeiten im Winterfahrplan der Gierfähre Groß Rosenburg. Die Fähre Barby hätte im vergangenen Jahr einen Überschuss von 6600 Euro, die Elbfähre Breitenhagen im zweiten Halbjahr 2014 sogar 14600 Euro erwirtschaftet. Groß Rosenburg-Werkleitz hätte im vergangenen Jahr ein Minus von 15800 Euro eingefahren.