Feierlich ist das neue Atemtherapiezentrum mit Chefarzt Michael Groß am Calbenser Krankenhaus eingeweiht worden. In Rekordzeit hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) das einzige Schlaflabor des Salzlandkreises aufgebaut, die Fertigstellung der Intensivstation mit vier Plätzen dauert dagegen noch etwas.

Calbe l Der große Aufenthaltsraum der Geriatrischen Abteilung des Krankenhauses war am Freitagnachmittag gefüllt mit zahlreichen Vertretern aus der Politik, von medizinischen Institutionen, kooperierenden Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten der Region. Nach einleitenden Klarinettenklängen gaben Awo-Landesvorsitzende Petra Grimm-Benne und Awo-Landesgeschäftsführer Wolfgang Schuth einen Einblick in die lange Historie des Hauses, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Der feierliche Rahmen unterstrich die Bedeutung der neuen Ausrichtung des traditionsreichen Calbenser Krankenhausstandortes, der sich bereits als Geriatrisches Zentrum des Salzlandkreises mit internistischer Grundversorgung positioniert hatte.

Engpass in Lungenheilkunde in Region geschlossen

Der Aufbau des Atemtherapiezentrums in Rekordzeit, verbunden mit der Schaffung einer neuen Struktur im Haus, sei für Michael Groß einmalig gewesen. Seit Jahresbeginn ist der 49-Jährige Chefarzt der Pneumologie (Lungenheilkunde) und Schlafmedizin, der mit seinem Team vom Staßfurter Ameos Klinikum nach Calbe wechselte (Volksstimme berichtete). "Wir finden hier exzellente räumliche Bedingungen vor", lobte Groß.

Schon innerhalb der ersten zehn Wochen seien die Patientenzahlen merklich gestiegen. Mit der neuen Ausrichtung sei ein Versorgungsengpass in der Region geschlossen worden, erklärte Groß.

Ihm war es sichtlich ein Vergnügen, Professor Wolfgang Schütte, Chef-Pneumologe des Krankenhauses Martha-Maria in Halle-Dölau, als Gastredner anzukündigen. Der Lungenspezialist referierte kurzweilig anhand anschaulicher Beispiele über Krankheitsbilder und "Neue Therapieoptionen in der Pneumologie".

Ebenfalls bereits im Februar einzogen ist eine radiologische Facharztpraxis, deren hochmoderner Computertomografen (CT) sowohl für Krankenhauspatienten als auch ambulanten Patienten zur Verfügung steht. Für Ende März ist zudem die Wiedereröffnung der einstigen Intensivstation mit vier Beatmungsbetten geplant. Die Räumlichkeiten wurden zuletzt durch die Ergo- und Physiotherapie für die geriatrischen Patienten genutzt.

 

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