Mehr als 10.000 Euro haben Bürger und Sponsoren bereits für die Spielgeräte auf der Salineinsel gespendet. Jetzt geht es an die Auswahl: Welche Spielgeräte sollen gekauft werden? Bei der Entscheidung werden die Kinder der Stadt einbezogen.

Schönebeck l Im Grunde fühlen sich die drei Stadträte - Torsten Pillat, Andreas Schumann (beide CDU) und Mark Kowolik (parteilos) - in der Lage, die richtige Entscheidung zu treffen. Das sind sie aus dem Stadtrat zwangläufig gewöhnt. Aber in diesem Fall? Die drei gestandenen Männer jenseits des Sandkasten-Spielalters waren auch mal Knirpse. Als Cornelia Lenze vom Bauamt die Kataloge mit den Spielgeräten aufschlägt, ist zu sehen, wie sich die Stadträte viele Jahre ihres Lebens zurückversetzt fühlen.

Pillat, Schumann und Ko-wolik haben sich an die Verwaltung um Hilfe gewandt. Diese bekommen sie gern, wie Dezernent Guido Schmidt betont. In den vergangenen Wochen haben die Stadträte gemeinsam mit den Bürgern und Firmen der Stadt mehr als 10.000 Euro gesammelt. Hintergrund der Spendenaktion ist der Bürgerpark Salineinsel. "Dort wollen wir mit Spielgeräte die Attraktivität des Areals weiter verbessern", freut ich der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Torsten Pillat.

Die Resonanz, die den Sammlern entgegenschlägt, hat sie selbst überwältigt. Nicht nur, dass zahlreiche Einwohner der Stadt erhebliche Kleinsummen gegeben haben und damit auch symbolisch zum Ausdruck bringen, dass sie hinter der Salineinsel stehen. Auch zahlreiche Firmen und Gewerbetreibende haben sich nicht lumpen lassen: Ob Deutsche Bank, Sparkasse, Stadtwerke, EMS - sie alle sind mit erheblichen Summen dabei. "Auch Ambulanz Mobile hat noch einen größeren Betrag versprochen", so Andreas Schumann. Und das Ameos-Klinikum Schönebeck ist auch dabei und will aber in eigener Regie ein Spielgerät anschaffen und übergeben.

Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht. Im Gespräch mit dem Bauamt wird den Stadträten offeriert, dass sie nicht die komplette Summe verplanen können. Neben der reinen Anschaffung der Spielgeräte kommen noch Lieferkosten und der spätere Aufbau hinzu. "Das dürfen Sie nicht vergessen", so Cornelia Lenze vom Schönebecker Bauamt.

Aber auch daran haben die Stadträte schon gedacht. "Wir haben bereits einen Sponsor gefunden, der uns später mit Sachleistungen helfen möchte", deutet Mark Kowolik an. Die drei Stadträte würden sich freuen, wenn sich noch weitere Firmen melden würden, die nicht unbedingt Geld geben möchten, sondern eben später vielleicht Transport oder Einbau bewerkstelligen können. "Umso mehr wir alle an einem Strang ziehen, umso einfacher wird es", so Kowolik.

Diese Gemeinsamkeit soll sich weiter fortsetzen - mit den Kindern. Sie, die später einmal auf dem kleinen Spielplatz auf der Salineinsel ihre Abenteuer erleben, können nun die wohl wichtigste Entscheidung des Projektes treffen. In den nächsten Tagen werden eine Reihe von Spielelementen, die in der Zukunft auch günstig in der Wartung sind, vorgeschlagen. Über die Volksstimme werden anschließend die Kindertagesstätten der Stadt einbezogen: Jedes Kind kann dann auf einem Wahlzettel ankreuzen, welches Spielgerät es sich wünscht. Genau genommen ist das erlebte Demokratie - von ganz unten, von der Basis.

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