Gemeinsam etwas für die Kleinsten leisten - das ist der Zweck des Netzwerkes "Brücken bauen", das von den Lehrern der Ludwig-Schneider-Grundschule ins Leben gerufen wurde. Der Anfang ist gemacht, weitere Mitstreiter sind trotzdem gern gesehen.

Schönebeck l "Brücken bauen" ist das erklärte Ziel der Ludwig-Schneider-Grundschule. Drei Brücken, um genauer zu sein. Die erste soll den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule verbessern. Eine weitere, allerdings schulinterne Brücke, beschäftigt sich mit der Jahrgangsmischung. Lehrerinnen der ersten und zweiten Klassen sollen in Zukunft öfter mit dem Unterricht der dritten und vierten Klassen vertraut gemacht werden - und umgekehrt. Sinn dieser Sache ist es, den Unterrichtsstoff in den unteren und höheren Klassen besser aufeinander abstimmen zu können. Zu guter Letzt ist die Ludwig-Schneider-Schule gewillt, den Übergang an die weiterführenden Schulen zu erleichtern. Bisher ohne großen Erfolg, denn die weiterführenden Schulen in Schönebeck konnten noch nicht für eine entsprechende Zusammenarbeit gewonnen werden. Dafür jedoch mehr als ein Dutzend anderer tatkräftiger Unterstützer, mit denen die Grundschule nun ein weitreichendes Hilfsnetzwerk ausbaut.

Ausgangspunkt für dieses Netzwerk war eine Infoveranstaltung im Juni vergangenen Jahres. Zuvor beteiligte sich die Grundschule an dem Initiativprogramm "Aufschwung". Zweck dieser Zusammenarbeit war es, die aus finanziellen Gründen ausfallenden Zusatzstunden für die Schüler auszugleichen. Diese seien von großer Bedeutung, denn "Schule ist mehr als nur pauken", so Schulleiterin Heike Gruschke (54). Doch die Initiative stellte die Arbeit ein. Schnell musste die Ludwig-Schneider-Schule sich selbst um Unterstützung kümmern. Bei der Auftaktveranstaltung im Juni im IGZ "Inno-Life" waren verschiedene Unternehmen und Einrichtungen auf Einladung der Schule zugegen. Diese stammten vornehmlich aus dem Stadtteil Bad Salzelmen, um die "Nähe zur Schule zu garantieren", erzählt Heike Gruschke. Viele der Anwesenden stimmten einer Beteiligung an dem Projekt zu. In kleinen Arbeitsgruppen erstellen die Teilnehmer der Netzwerk-Aktion Konzepte für die Zusammenarbeit. Insgesamt gab es bisher drei Treffen. Das jüngste Treffen fand kürzlich statt.

Bereits vor diesem Treffen konnten die Beteiligten sehenswerte Aktionen erarbeiten. "Ein Pädagoge der Musikschule unterrichtet die Kinder mit Instrumenten. Rückenwind e.V. stellt uns einen Sozialarbeiter zur Verfügung," berichtet die Schulleiterin stolz. "Auch unser Essensanbieter beteiligt sich rege. Er startet ein Projekt für gesunde Ernährung und hat uns das komplette Geschirr gesponsert." Auch die Stadt Schönebeck hat Anteil an dem Netzwerk. Sie stellt die Räumlichkeiten der Schule mietfrei für Veranstaltungen zur Verfügung. Mit anderen Kindereinrichtungen wird ebenfalls zusammengearbeitet. Beratungen zu "Gesundheitsfragen, aber auch thematische Elternabende" finden zusammen mit der Kindertagesstätte "Gänsewinkel" und den Montessori-Einrichtungen statt.

Um den Kindern frühzeitig etwas über Recht und Ordnung beizubringen, schaltet sich auch die Polizei in das Projekt ein. "Schlägt ein Schüler zu oft über die Stränge, fährt auch mal ein Streifenwagen mit Blaulicht vor", erzählt Heike Gruschke lächelnd. Für Bildung in Sachen Umwelt und jahreszeitliche Themenveranstaltungen sorgt die Ortsgruppe des Naturschutzbundes. Selbst für die Nutzung externer Räume ist gesorgt. Der Verein "Vigaro" sowie das Inno-Life stellen ihre Einrichtungen für Veranstaltungen zur Verfügung.

Ein Logo für das Netzwerk-Projekt wurde ebenfalls bereits entworfen. Darauf zu sehen ist ein Rabe, Wappentier der Grundschule, der es sich auf einem sicheren Netz gemütlich macht. Eingebettet werden soll das neue Motiv auf der geplanten Webseite des Projekts. "Die Sparkasse hat zugesagt, den Betrieb der Internetseite für uns zu übernehmen", informiert Schulleiterin Gruschke.

Trotz der vielversprechenden Kooperation mit den genannten und vielen weiteren Betrieben, hat das Projekt "Brücken bauen" noch einen langen Weg vor sich. "Wir stehen noch ganz am Anfang", gibt die Schulleiterin zur Kenntnis. Damit das Netzwerk überhaupt erst auf die Beine gestellt werden konnte, betätigte sich das ganze Lehrerkollegium an seiner Ausarbeitung.

Die Suche nach neuen Unterstützern ist fortlaufend. Insbesondere auf eine Mitarbeit des Schönebecker Gymnasiums und der Sekundarschulen wird gehofft. Persönliche Einladungen an Vertreter der Schulen sollen bald erfolgen.

Von dem Netzwerk verspricht sich Heike Gruschke eine vielfältige Ausgestaltung des Schulalltags - ohne zeitlichen Rahmen. Denn "von uns aus soll das Projekt für immer laufen", sagt die Leiterin der Schneiderschule.