Eigentlich ist sie Malerin. Doch ihre Nebenleidenschaft gilt der Fotografie. Jutta Gampe aus Calbe stellt gegenwärtig in der Schönebecker Reha-Klinik aus: gezeigt werden Fotomotive, die allgemein wohl erst auf den zweiten Blick einen Blick wert erscheinen.

Schönebeck l Ein Auge für die unscheinbaren Dinge des Lebens, für die Details beweist Jutta Gampe. Die Calbenser Malerin zeigt mit ihrer jüngsten Ausstellung in der Reha-Klinik in Bad Salzelmen, dass sie auch mit Hilfe des Fotoapparates Bilder kreieren kann.

Ihre Motive sind eher Nebensächlichkeiten wie etwa strömendes Wasser, zwei verrostete Haken in einer verwitterten Holzwand, der Blick aus den zerschlagenen Fenstern einer Industrieruine nach draußen oder Strukturen, die sich an den Oberflächen von Materialien wie Metall abbilden.

Für Jutta Gampe sind diese Bilder Ausgangspunkte der Fantasie. Sie ist der Ansicht, dass nicht immer alles erklärt werden muss, sondern eben für sich stehen kann. Dem Naturalistischen, dem Gegenständlichen gilt ihre besondere Aufmerksamkeit.

Entstanden sind die ausgestellten Fotografien zwischen 2011 und 2013 und zwar fast allesamt in Calbe oder im nahen Umkreis der Saalestadt. Bereits im Volksbad Buckau in der Magdeburger Karl-Schmidt-Straße hat Jutta Gampe eine Auswahl ihrer Fotografien gezeigt. Die Exposition in der Reha-Klinik wird bis Juni zu sehen sein. Wer Gefallen an einem der Exponate findet, kann es auch käuflich erwerben.

Die kaufmännische Leiterin der Einrichtung, Vera Effenberger, eröffnete die neue Ausstellung. "Diese Tradition ist entstanden, weil wir vor Jahren eine Mitarbeiterin hatten, die selbst gemalt hat. Damals haben wir Galerieleisten gekauft. Das Ganze ist zu einem Selbstläufer geworden. Wir wollen vor allem Laienkünstlern ein Podium bieten", erklärte die Chefin des Hauses vor den Gästen der Vernissage.

Sie glaubt, dass es für die Patienten der Klinik eine schöne Mußestunde sein kann, sich die Bilder in der Caféteria anzuschauen. "Ich kann mir vorstellen, dass viele Motive in Zeiten, in denen es einem nicht so gut geht, Lebensmut schenken können", sagte Vera Effenberger. Und bei dieser Gelegenheit gab sie gerne preis, dass sie selbst auch fotografiert.