Schönebeck/Staßfurt (dw) "Suppe&Seele" in Schönebeck stellt sich neu auf. Neben den Angeboten für Bedürftige gibt es seit Anfang Oktober die "Suppe&Seele-Zauberküche", eine Lehrküche mit behinderten Menschen. Hier werden täglich Schulessen gekocht, der Salzlandkreis begleitet das Projekt. Diese Großküche, so die Geschäftsführerin Monique Krause, sollte neben der Suppe&Seele-Tafel entstehen, in der über Ehrenamtliche und Kräfte des zweiten Arbeitsmarktes Bedürftige der Region mit Mittagessen und Lebensmittelbeuteln versorgt werden. Die Tafel wird weiterhin durch das Jobcenter des Salzlandkreises unterstützt, ohne dieser Hilfe wäre die Existenz "der Tafel stark gefährdet. Verträge mit Lebensmittelhändlern stehen und auch die Nachfrage ist groß. "Wir haben nie damit gerechnet, dass wir so schnell so viel Zuspruch bekommen." Die Zauberküche bewarb sich um die Mittagsversorgung einer prestigeträchtigen Schule - das Dr.-Frank-Gymnasium in Staßfurt. Und erhielt den Zuschlag. Die Testesser, darunter die Schulleitung und die Verantwortlichen aus dem Landkreis, fanden ein positives Urteil. Von weiteren vier Testessen gewann die Zauberküche vier. "Wir konnten es kaum glauben, dass Selbstgemachtes noch so viel Anerkennung erhält", sagt Monique Krause. Sie stellt klar: Die Versorgung der Bedürftigen, die "Suppe&Seele" seit sechs Jahren in der Stadt leistet neben Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen, ist strikt getrennt von der "Suppe&Seele Zauberküche", die ein neues gewerbliches Unternehmen in der Stadt ist. "Die Tafel läuft auf Ehrenamtsbasis. Die Versorgung mit Mittagessen wird immer schwieriger. Möglicherweise können wir bald nur noch die Beutelausgabe bewerkstelligen." So sei es wichtig gewesen, erklärt die Chefin, sich neue Geschäftsfelder zu eröffnen. Das wird auch am Sitz in der Böttcherstraße spätestens ab den Sommerferien ganz augenscheinlich zu erkennen sein. Umbauarbeiten stehen an. Eine bestehende Küche wird um das Doppelte erweitert und mit modernen Koch- und Arbeitseinheiten ausgestattet. Die Bedürftigenküche mit Essensraum ist in einen anderen Teil des Hauses gezogen. Um eine genaue Abrechnung garantieren zu können, hat man sich ein eigenes Onlinesystem konzipieren lassen. Die Kinder haben eine Foodcard, vergleichbar mit einer Bankkarte. Die wird an einen Sensor gehalten und das Essen eingelesen. Am Ende des Monats gibt es die Abrechnung per E-Mail oder per Post. "So gibt es keinen Trubel bei kurzfristigen Abbestellungen." Das junge Unternehmen hat für alles bereits mehrere Zehntausend Euro investiert. Begleitet werden die Konzeption und der Umbau vom Gesundheitsamt des Salzlandkreises. Und sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze werden geschaffen. "Allein zu unserem Team in der Küche gehören bereits neun Festangestellte, darunter drei ausgebildete Köche und ein Küchenleiter", sagt Monique Krause. "Unser Anspruch ist, dass die Kinder sagen: Es schmeckt wie bei Mutti!", erklärt Monique Krause das Ziel der "Suppe&Seele-Zauberküche".