Einmal Wissen rund um die Welt bitte - und das im wahrsten Wortsinn. Mit Sandro Stacke hat die Schönebecker Sekundarschule "Am Lerchenfeld" ihr diesjähriges Geografie-Ass gefunden. Der Neuntklässler gewinnt den Schulwettbewerb und kann sich nun auf Landesebene in Erdkunde messen.

Schönebeck l Etwas schüchtern nimmt Sandro Stacke beim Pressetermin den Globus für das Foto in die Hand, ganz unaufgeregt berichtet er auch vom Geografie-Wettbewerb an seiner Schule. Darüber, dass er der beste Geografieschüler seiner Schule ist, denkt der 15-Jährige zwar nach. In der Rolle des Überfliegers sieht er sich trotzdem nicht. "Ich bin gar nicht wettbewerbsmäßig an alles herangegangen. Für mich zählte der Spaß", sagt der Neuntklässler der Sekundarschule Am Lerchenfeld und berichtet, dass er den schulinternen Wettbewerb - wie man neudeutsch sagt - cool genommen hat. Geografie sei nicht einmal sein Lieblingsfach, gesteht Sandro Stacke. "Sport und Mathe mache ich lieber!"

Dass er sich in Erdkunde nicht verstecken muss, zeigt Sandros Erfolg beim Vergleich in der Schule. In den Klassen 7 bis 10 wurde der Wettbewerb durchgeführt. Auch in den fünften Klassen. Aber nur die Besten aus den Oberstufenwertungen kamen in eine abschließende Wettbewerbsrunde, in der ein Schulsieger ermittelt wurde: Sandro. "Wir beteiligen uns seit sechs Jahren an der Aktion", sagt Fachlehrerin Ilona Köhler, die den Wettbewerb, den der Diercke Wissen Verlag initiiert, in der Schule koordiniert. "Die Tests bieten eine gute Möglichkeit, dass die Schüler ihr Allgemeinwissen in der Geografie erweitern und festigen." Anders als im Unterricht gehe es auch um das Vermögen, Antworten herzuleiten. Die Fragen sind in den einzelnen Runden für die Schüler aller Klassenstufen gleich. Mit Blick auf die altersspezifisch ausgerichteten Stoffeinheiten im Unterricht erklärt Ilona Köhler, dass es so gar nicht möglich und gefordert sei, alle Fragen richtig zu beantworten. "Aber bereits Gelerntes wird wieder in Erinnerung gerufen und vergegenwärtigt, und das unter dem Ansporn eines Wettbewerbs."

Wissen und Intuition sind gefragt

Dieser Wettbewerb hat es in sich. 20 Minuten Zeit haben die Schüler, um rund 20 Fragen zu beantworten. "Dabei ist die Methodik ganz vielfältig", sagt Ilona Köhler. Es gibt Fragen, bei denen aus vorgegebenen Antworten ausgewählt werden muss, manchmal wird keine Lösung präsentiert oder man muss Zuordnungen auf Karten vornehmen. Die Wissensgebiete Deutschland, Europa, Welt und Allgemeine Geografie sowie eine Kartenaufgabe bilden die Abschnitte des Testbogens. "Gib die Anzahl der Länder in der EU an" oder "Nenne die Stadt mit dem Zusatz Breisgau" sind dabei eher einfache Fragestellungen. Städten einem Klimadiagramm zuzuordnen, Fachbegriffe für ausgetrocknete Flussläufe in Wüstengebieten zu finden oder die drei Abschnitte des untersten Systems des Erdmittelalters (Mesozoikum), auch Trias genannt, zu nennen, das will gelernt und begriffen sein. Zumal die Wettbewerbsteilnehmer ohne jegliche Hilfe auskommen müssen. Atlas oder Nachschlagewerke sind tabu. "Das Köpfchen ist gefragt", bringt Ilona Köhler den Anspruch auf den Punkt und verdeutlicht damit, dass der Vergleich keine reine Spaßveranstaltung sei, sondern echte Beschäftigung mit der Sache erfordere.

Mit Erdkunde wird sich Sandro jetzt noch einmal ganz intensiv beschäftigen, nicht nur im Unterricht meint seine Lehrerin Anke Sievers. Denn als Schulbester hat er sich für den Geografiewettbewerb auf Landesebene qualifiziert. Die Fragen hat er bereits unter Aufsicht beantwortet. Sie werden jetzt eingeschickt. Damit nähert sich aber auch die Chance, der beste Geografieschüler Deutschlands zu werden. Das Finale mit allen aus der Republik ist im Juni in Braunschweig.