Schönebeck l Einen besonderen Stadtrundgang können Schönebecker am Sonnabend erleben. Dann nämlich wird Rainer Ulbrich vom Verein "imuset" seine Gäste über den Schönebecker "Salzweg" führen. Das ist neu und bisher so noch nicht dagewesen.

"Den Salzweg als touristische Route haben wir kreiert", sagt Ulbrich und spricht dabei von seinen Vereinskollegen, die seit Jahren schon das Industriemuseum in liebevoller Kleinstarbeit gestalten und betreuen. Mit dem "Salzweg", der vom Gradierwerk bis zur Salineinsel führt, erweitern die rührigen Vereinsleute sozusagen ihre Ausstellungsfläche. Denn das Salz als Teil der Schönebecker Geschichte, hat die Stadt bis heute geprägt. Deshalb führt der Rundgang entlang an den einstigen Wirkungsstätten.

"Die Führung über den gesamten Salzweg würde rund drei Stunden dauern", sagt Rainer Ulbrich, der seines Zeichens Vizepräsident des "imuset"-Vereins ist. Am Sonnabend, wenn die Vereinsmitglieder mit ihrem Industriemuseum in die Saison starten, wird Rainer Ulbrich eine Führung über den "Salzweg" anbieten. Dann aber nur über die abgespeckte Version. "Wir gehen nur den Nordteil ab, das wird ungefähr eine Stunde dauern", sagt der Vizepräsident.

Startpunkt ist um 14 Uhr das Industriemuseum an der Karl-Marx-Straße. Von hier aus führt Rainer Ulbrich die Gruppe durch die Salinekolonie. "Hier haben früher die Angestellten gewohnt", sagt er. Ziel sei es gewesen, die damaligen Ausländer - dazu gehörten Sachsen, Bayern und Böhmen - in Schönebeck zu halten. "Das war doch ein gutes Angebot: Wohnung und Geld verdienen", schätzt Rainer Ulbrich ein. Zu jedem Wohnhaus, so der Rundgangsleiter, habe ein 600 Quadratmeter großer Garten gehört.

Vorbei an den Wohnhäusern geht der Vereins-Vize den Fußweg zwischen Heinitzhof und Felgeleber Straße hin zur Salineinsel. Hier macht er deutlich, wie groß damals das Industriegebiet gewesen ist. "Um 1900 waren hier 24 Dampfmaschinen in betrieb", sagt Rainer Ulbrich. Er zeigt auf die Landkreisgebäude auf dem Cokturhof, auf das einstige Salzlager auf der Salineinsel sowie in Richtung Fußweg, wo einst über den Moltke-Schacht die Sole unterirdisch von Salzelmen zur Elbe gebracht wurde. Um 1900, so der Schönebecker, herrschte die Hochzeit der Saline in der Elbestadt. "Damals wurden 70000 Tonnen Salz pro Jahr hergestellt", berichtet er.

Heute ist von dem Salz in Schönebeck nicht mehr viel zu spüren. Nichtsdestotrotz spielt es eine große Rolle, schließlich "war es der Ursprung für chemische Industrie und damit auch für den Maschinenbau", schlussfolgert Rainer Ulbrich.

Doch zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Der "imuset"-Vizepräsident wird am Sonnabend, 11. April, ab 14 Uhr, noch zahlreiche Details zum Schönebecker "Salzweg" berichten.