Bürgermeister Sven Hause organisiert die Stadtverwaltung neu und bricht mit alten Strukturen. Unter dem Schlagwort "Arbeitsverdichtung" ist es erklärtes Ziel, ab 2017 eine kleiner werdende Verwaltung effektiver arbeiten zu lassen und langfristig Kosten zu senken. Eine erste Testphase ist angelaufen.

Calbe l Wer kennt nicht das Schlagwort von der "Agenda 2010"? Damit betitelte die damalige rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder kurz und knapp nichts weniger als ein Reformpaket für den "Umbau des Sozialstaates und seine Erneuerung". Mit der "Struktur 2017" hat nun auch Calbes Bürgermeister Sven Hause ein ähnlich klingendes Schlagwort aus der Taufe gehoben. Dahinter verbirgt sich die Reform der Verwaltungsstruktur im Rathaus. Zumindest unter den Stadtbediensteten, die Hause frühzeitig bei einer Mitarbeiterversammlung über das Vorhaben informierte, dürfte es für einige Diskussion gesorgt haben.

Das Vorhaben ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit versuchte Amtsvorgänger Dieter Tischmeyer mit Hilfe von Verwaltungswissenschaftlern der Hochschule Harz, die städtischen Verwaltungsstrukturen zu ändern und effektiver zu machen.

In den Ausschüssen und der jüngsten Stadtratssitzung am Dienstagabend informierte Sven Hause nun auch die Mandatsträger über seine "Struktur 2017", die allein in seinen "originären Zuständigkeitsbereich" fallen, so Hause. Dennoch wolle er im Rahmen der Haushaltskonsolidierung den Umbau auf breiten Schultern getragen wissen und verteilte einen ausgearbeiteten Organisationsplan der Stadtverwaltung an die Räte. Dabei soll es ab dem 1. Januar 2017 - analog zum Salzlandkreis - keine Ämter mehr geben, sondern Fachbereiche. Ihnen untergliedert sind die entsprechenden Fachdienste (siehe Infokasten). Mit der "Struktur 2017" solle "schrittweise die Schlagfrequenz der Mitarbeiter" erhöht werden, erläuterte Hause. Beispielweise sollen Hausmeister auftragsmäßig eingesetzt und nicht wie bisher dauerhaft an Schulen und Horten vorgehalten werden. "Arbeitsverdichtung" nennt das Hause. Für das regelmäßige Fegen und Wischen der Heger-Sporthalle wird die Stadt keine Fremdfirmen mehr bezahlen, sondern eigenes Personal nutzen. Ähnlich verhält es sich nach Auslaufen der Verträge auch bei den drei Friedhöfen in Calbe, Schwarz und Trabitz. Dafür ist eine Mitarbeiterstelle im Organisationsplan vorgesehen, saisonabhängig unterstützt vom neuen "Facility Management".