Die Mitstreiter der Geschichts-Arbeitsgruppe laden am Sonnabend, 18. April, zum historischen Rundgang "Welsleben bei Nacht" ein. Volksstimme-Redakteurin Heike Heinrich sprach im Vorfeld darüber mit Nachtwächter Jeff Lammel.

Volksstimme: Die Premiere im November 2014 ist gelungen. Im Rahmen eines Schulprojektes hieß es "Auf den Spuren der ehemaligen Schüler - Welsleben bei Nacht". Nun gibt es einen Nachtwächter-Rundgang für Erwachsene. Warum?

Jeff Lammel: Die Führung im vergangenen Jahr war ein Versuch, der sehr gut gelungen ist. Die Geschichts-Arbeitsgruppe hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in Zusammenarbeit mit ihm eine Führung anzubieten. Ich gebe zu, erst war ich skeptisch. Immerhin ist Welsleben ein Dorf und keine Stadt, in der ich sonst so etwas mache. Aber: Meine Vorfahren kommen aus Welsleben. Warum also keine Führung dort mal anbieten? Ich habe schnell gemerkt, dass der Ort eine unglaubliche Geschichte hat. Nur eine Hauptstraße, aber viele Nebenstraßen, die viel Wissenwertes offenbaren wie Torbögen oder Gesundbrunnen.

Deshalb eine Neuauflage?

Nach der ersten Führung war allen Beteiligten klar: Wir machen weiter. Auch die Gäste haben sich das gewünscht. So haben wir uns darauf verständigt, es vierteljährlich anzubieten, immer zu einem anderen Thema. Die Strecke, die abgegangen wird, wird also nie die gleiche sein. Der Rundgang baut auf das Früher und das Heute auf. Sie müssen sich vorstellen, der Nachtwächter kehrt nach langem in seinen Ort zurück, streift durch diesen, ist beeindruckt von dem, was er sieht und lässt sich von den Mitgliedern der Geschichts-Arbeitsgruppe erklären, was in der Zwischenzeit - also von damals bis heute - passiert ist. Wir versprechen, es wird ein Erlebnisrundgang, keine Art Stadtführung.

"Welsleben bei Nacht": Was erwartet die Besucher?

Ich erzähle Geschichte in Geschichten. Ansonsten: Einfach mitlaufen und mitmachen. Mitmachen in Form eines kurzweiligen Erfahrungsaustausches. Die Mitglieder der Geschichts-Arbeitsgruppe haben immer Heftchen und Stifte dabei, um geschichtliche Hinweise der Gäste notieren zu können. Zum Beispiel will ich in eine Taverne. Die ist aber nicht mehr da. Dort steht jetzt ein Wohnhaus. Die Mitstreiter der Geschichts-Arbeitsgruppe erklären mir, was im Laufe der Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte passiert ist.

Haben Sie eine Lieblingsstation?

Der Platz vor der Kirche hat etwas Mystisches. Ich halte mich gern dort auf. Welsleben hat als kleiner Ort viel zu bieten und lädt meiner Meinung nach zum Verweilen und Genießen ein. Man sollte nie mit geschlossenen Augen durch den Ort gehen, hinter jedem Türchen verbirgt sich etwas Interessantes.

Wie bereiten Sie sich auf den Rundgang vor?

Die Fakten erhalte ich von den Mitgliedern der Geschichts-Arbeitsgruppe, damit ich mich einlesen kann. Und ja, ich habe auch einen kleinen Spickzettel.

Nach der Führung gibt es einen Schmaus.

Was es gibt, das bleibt die große Überraschung. Auch für mich. Es hieß, ich soll mich überraschen lassen. Nur so viel weiß ich, es gibt Essen und Trinken, ein bisschen rustikal.

Sie sind als Nachtwächter viel unterwegs. Gibt es so etwas wie "Welsleben bei Nacht" auch in anderen Orten?

Nachtwächter-Rundgänge gibt es in ganz Deutschland. In Storkow bei Brandenburg gibt es einmal im Monat auch einen szenischen Rundgang mit Laternen. Dieser ähnelt dem in Welsleben. Dieses Mal wird auch jeder vor dem Rundgang eine Laterne bekommen, die er als Andenken mit nach Hause nehmen kann. Uns eint ein Ziel: geschichtliches Wissen vermitteln und ein Erlebnis bieten.

"Welsleben bei Nacht": historischer Rundgang mit Nachtwächter Jeff Lammel am Sonnabend, 18. April / Treff: 20.30 Uhr Kirchplatz / anschließend Nachtwächterschmaus im ehemaligen "Schwarzen Adler" / Unkostenbeitrag: 5 Wels-Thaler (Euro) / Voranmeldung erforderlich: Familie Ziegler, Langestraße 33 in Welsleben, Telefon (039296) 20538, Mail ziegler-gisela@t-online.de

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