In Zens ist Licht zu sehen am derzeit dunklen Feuerwehr-Tunnel. Bei einer lockeren Gesprächsrunde am Freitagabend hat sich neben neuen Mitgliedern auch ein Aktiver gefunden, der bereit ist, sich weiterzubilden und dann die Wehrleitung zu verstärken.

Zens l Es ist kein Geheimnis: Um die Freiwillige Feuerwehr Zens sieht es derzeit nicht gut aus. Der Truppe fehlt Personal und vor allem eine entsprechend ausgebildete gewählte Wehrleitung. Ortswehrchef Udo Lorenz ist aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Eckhard Seiler ist qualifiziert und führt nun die Wehr kommissarisch. Ihm fehlt ein Stellvertreter.

Doch auch das ist kein Geheimnis: Einfach so wollen sich die Zenser ihre eigenständige Wehr nicht nehmen lassen. Das war am Freitagabend in der lockeren Gesprächsrunde zu merken, zu der die Gemeinde Bördeland eingeladen hatte. Neben Feuerwehrmitgliedern und -sympathisanten waren auch Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich, Ortsbürgermeister Frank Ahrend, Gemeindewehrleiter Hans-Joachim Schulze und Ordnungsamtsleiter Bernd Möhring zugegen. Bernd Nimmich: "Ich freue mich, dass einige Kameraden da sind. Dennoch bin ich enttäuscht, dass es nicht mehr sind, denn wir haben viele Einladungen rausgeschickt, um Nachwuchs zu gewinnen und die Wehr zu stärken."

Dennoch: Die Zenser, die da waren, zeigten sich voller Enthusiasmus, die Feuerwehr als eigenständige Truppe im Ort zu halten. Vorschläge wurden gemacht, wieder verworfen oder weiterentwickelt.

Vier gute Ergebnisse

Fazit 1 des Abends: Guido Jähnke will sich zum Gruppenführer ausbilden lassen, um dann als stellvertretender Wehrleiter fungieren zu können. Diese Qualifikation ist dafür Bedingung. Und ein Stellvertreter muss für eine Wehrleitung und damit für eine eigenständige Wehr vorgehalten werden. So sehen es die gesetzlichen Bestimmungen vor. Rückendeckung für eine Weiterbildung zum Gruppenführer hat Guido Jähnke von seinem Juniorchef Boudewijn Tonkens.

Fazit 2: Kann Guido Jähnke nicht in beruflich möglichen Zeiträumen ein Lehrgang angeboten werden, würde Enrico Schmidt aus Biere seine Hilfe anbieten und für maximal ein dreiviertel Jahr das Amt des stellvertretenden Wehrleiters in Zens übernehmen. Mit dieser guten Nachricht kam Boudewijn Tonkens nach einem Telefonat mit Enrico Schmidt wieder zurück zur Gesprächsrunde.

Fazit 3: Matthias Sievert, André Zieprich und Boudewijn Tonkens wollen gern die Wehr verstärken und haben Aufnahmeanträge gestellt. Guido Jähnke freute es, als Boudewijn Tonkens den Antrag vor Ort ausfüllte. "Er betreibt eine Biogasanlage hier. Da ist es sehr gut, dass er in die Feuerwehr kommt, denn für den Ernstfall kennt er sich dort am besten aus."

Fazit 4: Die Zenser Feuerwehrleute wollen weiter die Werbetrommel rühren. Hans Henning Hagemann machte den Vorschlag, von Haus zu Haus zu gehen und zu horchen, ob denn nicht doch noch jemand sich in der Wehr einbringen will. Die Idee kam sehr gut an. Ein Termin wurde gleich festgezurrt: Freitag, 24. April. Treff ist um 17 Uhr am Gerätehaus. "Mit dem Feuerwehrauto und schnittig in Uniform durch den Ort", sagte Bürgermeister Bernd Nimmich.

Lehrgang gesucht

Nun will die Verwaltung prüfen, wann der eine Gruppenführer-Lehrgang, den Bördeland für dieses Jahr bewilligt bekommen hat, ist. Denn Guido Jähnke kann aus beruflichen Gründen für die zweiwöchige Ausbildung nur zu bestimmten Zeiten frei nehmen. Der Lehrgang ist bislang für einen Aktiven der Feuerwehr Kleinmühlingen vorgemerkt. Doch aufgrund der angespannten Situation in Zens würde er, wenn es passt, dann Guido Jähnke zugute kommen.

Denn derzeit gibt es die eigenständige Wehr Zens nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung. Diese hat der Kreis ausgesprochen mit der Maßgabe, dass in diesem Jahr was passieren müsse, so Bernd Möhring.