Die Gemeinde Bördeland wird nun anhand von Daten und Aufzeichnungen einen fundierten Antrag zum Biberlebensraum stellen. Das ist das Ergebnis eines Gespräches mit Vertretern des Landkreises. Danach sollen Maßnahmen festgelegt werden.

Eggersdorf l Jetzt mahlen die Mühlen. Vertreter der Gemeinde Bördeland hatten dieser Tage ein Gespräch in Aschersleben. In der dortigen Landkreisverwaltung wurden sie von Mitarbeitern der unteren Naturschützbehörde empfangen. Inhalt: der Biber.

Südlich von Eggersdorf zwischen den Schachtteichen und der Kreisstraße nach Großmühlingen hat ein Biber seinen Lebensraum (Volksstimme berichtete). Das Tier hat an mindestens zehn Stellen den Mortzgraben aufgestaut. Die Folge sehen die Einwohner von Eggersdorf und Landwirte. Gemeinsam mit dem Landkreis soll nun nach Lösungen gesucht werden.

"Wir waren zu einem klärenden Gespräch im Landrats-amt, und sind mit unserem Anliegen auf offene Ohren gestoßen", berichtete Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) auf Anfrage der Volksstimme. "Offene Ohren" bedeutet zwar, dass die Mitarbeiter sich das Problem der Bördeländer angehört haben, ob es aber am Ende eine Lösung des Biberproblemes aus Sicht der Eggersdorfer geben wird, bleibt vorerst fraglich. "Gesetzlich gibt es nur einen geringen Spielraum", so Bernd Nimmich.

Beide Seiten einigten sich nun, den derzeitigen Stand in einer fachlichen Beurteilung festzuhalten. Dazu hat die Gemeinde Bördeland bereits ein unabhängiges Büro beauftragt, dass derzeit schon mit ähnlichen Grund- und Drängwassermaßnahmen in der Region beschäftigt ist und sich mit der Problematik auskennt. "Der Landkreis möchte, dass der Lebensraum des Bibers und des Menschens gegenübergestellt wird", so Nimmich. Beiden Seiten, den Bürgern und den Landwirten in Eggersdorf sowie dem Biber, soll eine Fürsorge zugute kommen.

Nachdem die Arbeit Experten vorliegt, der Bürgermeister rechnet damit, dass das schon in den nächsten Wochen passieren kann, soll ein entsprechender Antrag bei der unteren Naturschützbehörde eingereicht werden. Der Landkreis legt dann entsprechende Maßnahmen fest.

Bernd Nimmich betont nochmals, dass selbstverständlich auch der Naturschutzbund, Ortsgruppe Schönebeck, mit ins Boot geholt werden soll. Auf das Fachwissen der Experten will er nicht verzichten. Günter Rockmann von der Schönebecker Naturschutzgruppe empfahl übrigens gegenüber der Volksstimme eine Verrohrung der Biberdämme. Damit wird ein Ablauf des Wassers sichergestellt.