Träume werden wahr. Zumindest die vom eigenen Haus können zeitnah südlich der Paulstraße verwirklicht werden. Der Investor Holger Schwarz hat hier ein rund ein Hektar großes Gebiet erschlossen - für 15 potenzielle Häuslebauer.

Schönebeck l Emsiges Treiben herrscht derzeit in der Paulstraße - genauer gesagt im südlichen Teil. Baufahrzeuge rollen hier entlang. Auf der Fläche hinter dem Atrium, das von der Welsleber Straße aus erreichbar ist, wird Erde verschippt, Gräben mit Leitungen versehen. Der Grund: Der Magdeburger Investor Holger Schwarz erschließt hier ein Baugebiet.

"Wenn alles nach Plan läuft, können die ersten Bauvorhaben im Mai starten", sagt Heiko Erxleben. Er ist der Geschäftsführer des Unternehmens "ISD Hausbau" in Magdeburg und arbeitet mit dem Investor Holger Schwarz eng zusammen. Geplant ist, dass auf der rund einen Hektar großen Fläche 15 Eigenheime gebaut werden. Der Fantasie sei hierbei keine Grenze gesetzt. Möglich seien Einfamilienhäuser, Bungalows, Stadtvillen und Doppelhäuser in Größen von zirka 570 bis 620 Quadratmeter, berichtet Heiko Erxleben mit Blick auf den Bauplan. Die Zufahrt soll von der Paulstraße erfolgen. Zwischen den Grundstücken soll eine Straße entlangführen, der vorgesehene Name lautet Moritzstraße.

Eigentlich sollte das Baugebiet schon längst erschlossen sein. Bereits im Januar 2013 berichtete die Volksstimme über das Vorhaben des Magdeburger Investors. Jedoch hat die über ein Jahr lang währende Komplettsperrung der Paulstraße das Projekt ins Stocken gebracht. Das Problem war das ehemalige Heizkesselwerk. Weil die Behörden verhindern wollten, dass Unberechtigte die Ruine betreten, wurde das historische Gebäude eingezäunt - und die Paulstraße gleich mit.

Heizkesselwerk ist im Blick

Inzwischen sind auf Wirken des Investors die Fenster und Türen der Industrieruine mit Spanplatten verschlossen, so dass Unbefugte nicht allzu einfach Zutritt zu dem unter anderem einsturzgefährdeten Gebäude finden. Damit war die Komplettsperrung der Paulstraße vom Tisch und der Investor konnte sein Baugebiet erschließen.

Doch den Blick vom Heizkesselwerk will der Magdeburger nicht lassen. "Perspektivisch möchte er die Grundstücke nördlich der Paulstraße ebenso erschließen", sagt Heiko Erxleben beim Volksstimme-Gespräch vor Ort. Demnach könnten Eigenheime ebenso gegenüber des jetzt entstehenden Baugebietes, also auf der anderen Seite der Paulstraße entstehen. Und die Industrieruine könnte teilweise eingebunden beziehungsweise ausgebaut werden.

Das sei vorerst aber nur Zukunftsmusik, sagt Heiko Erxleben. Der Vorteil dieses Gebietes insgesamt liege seiner Meinung nach auf der Hand. "Wer im Grünen, ruhig, entspannt und trotzdem zentrumsnah wohnen möchte, ist hier genau richtig", wirbt er für die Paulstraße, deren neue Grundstücke bauträgerfrei angeboten werden.

Weitere Flächen im Petto

Für Michael Gremmes, Stadtplaner innerhalb der Verwaltung, ist das ohnehin eine positive Entwicklung. Denn das Thema beschäftigt die Verwaltung und Stadträte seit Jahren und "bleibt immer aktuell". Derzeit gebe es nämlich keine allzu große Auswahl für potenzielle Häuslebauer im Stadtgebiet. Einzelne Baulücken gebe es immer, so Michael Gremmes. Doch Baugebiete im eigentlichen Sinn? "Zeitlich nah wäre hier noch die Jahnstraße zu nennen", sagt er auf Volksstimme-Nachfrage. Ansonsten stünden Flächen an der Hohendorfer Straße zur Verfügung. "Und in der Schillerstraße, westlich gegenüber vom Einkaufscenter, ist ein Baugebiet vorgesehen", informiert der Stadtplaner, der noch einige Flächen in petto hat, jedoch sind diese noch mit einem zeitlichen Fragezeichen versehen - so zum Beispiel Am Stadtfeld, Streckenweg sowie das ehemalige Kasernengelände an der Magdeburger Straße. "Weitere Standortvorschläge werden im Laufe des Jahres unterbreitet", sagt Michael Gremmes, der dieses Thema regelmäßig im zuständigen Bauausschuss des Stadtrates anspricht.