Musik zu den Menschen bringen, neue Spielstätten erschließen, Menschen in der Region an Musik teilhaben lassen - das will "Klänge im Raum". Das Programm liest sich kurzweilig und vielfältig, eben vielversprechend.

Salzland l Seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt es die Veranstaltungsreihe "Klänge im Raum". Die Musiker der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie kommen dabei zu den Menschen, gehen in die Region hinein, spielen an teilweise ungewöhnlichen Spielstätten. Mal Kirche, mal Garten, mal Scheune, mal Museum. Bisher gab es immer Begeisterung auf beiden Seiten, bei den Musikern und beim Publikum. Die Vielfalt macht es halt...

Und darum soll es auch in der 22. Auflage von "Klänge im Raum" gehen. Mit 15 Veranstaltungen, die zwischen 3. Mai und 14. Juni stattfinden, ist das Repertoire von Musikschulkonzerten über Rundfahrtkonzert bis hin zu Klezmer breit gefächert. Einen Glanzpunkt bietet die Kooperation des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Das Programm bietet neben Anton Bruckners "Nullter" Sinfonie auch Gustav Mahlers Orchesterliedzyklus "Des Knaben Wunderhorn". Einen wesentlichen Teil der Reihe formt Musik von Komponisten aus Sachsen-Anhalt.

Das "Hausorchester des Salzlandkreises", so sieht Chefdirigent Gerard Oskamp die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie, freue sich auf "Klänge im Raum". In diesem Jahr wolle man sich neben den Klängen vor allem auf die Räumlichkeiten konzentrieren. Das ist bei der Auswahl der Spielstätten nicht zu übersehen. Matthias Porzelle, Superintendent des Kirchenkreises Egeln, kennt das Musikfest von Anfang an. "Ich durfte miterleben, wie es sich entwickelt hat. Erst im Raum Schönebeck, dann im Kreis." Porzelle lobt die Wahl der Räume, da diese teilweise sonst nicht in der Öffentlichkeit stehen.

Da kann sich auch Markus Vongries angesprochen fühlen. Die Schloss Theatrum Herberge Hohenerxleben Stiftung stellt immer eine Stätte in der Reihe. Der ganze Ort wird dieses Mal auf den Beinen sein, verspricht er - um die Erntescheune des Nachbarn herzurichten.

Legendär ist der Dixieland-Abend in Zens. Er findet seit Jahren schon im weitläufigen Garten von Bärbel und Wolf-Michael Feldbach statt. Immer Pfingstsonnabend. Darauf verlassen sich mittlerweile alle, die den Abend erlebt und zu schätzen gelernt haben. Dazu gibt es Keramik und Ausstellungen.

Die Broschüre "Klänge im Raum 2015" in den Händen zu halten, macht besonders Dorothea von Pock stolz. Die einstige Koordinatorin für Kultur im Landkreis Schönebeck hatte die Idee dazu, hat Mitstreiter gesucht und gefunden und ein Projekt erschaffen, was zum Selbstläufer geworden ist und sich großer Beliebtheit erfreut. "Ein umstrittenes Projekt hat Jahr für Jahr an Gewicht und Bedeutung gewonnen", kann sie heute mit Recht sagen. "Schön, dass es die Unterstützung vom Landrat und vom Superintendenten gibt." Ein Dankeschön schickt von Pock auch an die Musikschule, denn diese Zusammenarbeit sei sehr wichtig, "um Kinder zu Musikern oder zu musikinteressierten Menschen heranzuziehen".

"Klänge im Raum ist ein Förderprojekt des Landes. Träger ist der Förderverein der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Unterstützt wird es durch Schirmherr Landrat Markus Bauer, Superintendent Matthias Prozelle und Kreisoberpfarrer Karl-Heinz Schmidt.

Näheres im Internet unter www.mitteldeutsche-kammerphilharmonie.de