Der städtische Bauhof der Stadt Schönebeck wird das Jahr 2014 voraussichtlich mit einen Minus abschließen. Auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde ein Defizit von rund 45000 Euro genannt. Damit rutscht der Bauhof erstmals in die roten Zahlen.

Schönebeck l Da gab es lange Gesichter. Der städtische Bauhof der Stadt Schönebeck, in den vergangenen Jahren ein Garant für solide Finanzpolitik, wird das Jahr 2014 veraussichtlich mit einer roten Zahl unter dem Strich abschließen. Reinhard Banse (Fraktion FDP/Rettet die Altstadt) fand nur schwer Worte: "Dieses negative Ergebnis kann einen nur erschüttern. Der Bauhof hat bisher immer schwarze Zahlen geschrieben", resümierte der liberale Stadtpolitiker.

Mit diesem "Lauf der positiven Kontinuität" scheint es nun vorbei zu sein. Sieglinde Jänecke, Abteilungsleiterin für Finanzen im Bauhof, oblag es, die schlechte Botschaft so gut es ging zu vermitteln. Den Mitgliedern des Bauausschusses wurde dazu eine detaillierte Information zum vorläufigen Jahresbericht 2014 gereicht. Unter dem Strich fehlen dem Bauhof demnach rund 45000 Euro.

Die Gründe für dieses fünfstellige Defizit sind vielfältig. Am Ende sind es viele kleine Gründe, die das große Loch in die Kasse des Bauhofes reißen werden. "Da war der lange Winter, der dafür sorgte, dass wir spät in die Spur kamen, die schleppende Auftragslage, gestiegene Personalkosten und unter anderem der hohe Krankenstand", zählte Sieglinde Jänecke einige Gründe für das Defizit auf. Vor allem der Krankenstand habe ihren Informationen nach extreme Auswirkungen gehabt. "Das ist das seit einigen Jahren schlimmste Jahr", sagte sie.

Wenngleich immer wieder versucht werde, die Arbeitszeitproblematik zu entschärfen, unter anderem führen die Mitarbeiter ein Arbeitszeitkonto, schiebt der Bauhof einen möglichen Ausgleich vor sich her. "Das wird wohl auch im Jahr 2015 nicht besser werden", so die Abteilungsleiterin.

Um den Mangel an Leuten auszugleichen, hat der Bauhof zudem Saisonkräfte gebunden. Nach Informationen von Betriebsleiter Werner Herrler waren die Dauersaisonkräfte sieben bis acht Monate beschäftigt. Insgesamt weist die Stellenübersicht des städtischen Bauhofes Schönebeck genau 45,8 Vollzeitstellen aus und entspricht damit etwa der Zahl wie in den Vorjahren auch.

Im Ausschuss wurde erneut die Möglichkeit einer Rücklage diskutiert, die in so einem Fall genutzt werden könnte, machte Reinhard Banse aufmerksam. Der Leiter des Bauhofes, Werner Herrler, führte aus, dass nach dem Eigenbetriebsgesetz Eigenbetriebe eine Rücklage zu bilden haben. "Es wäre gut so, wenn uns diese Möglichkeit eingeräumt wird", so Herrler. In den vergangenen Jahren führte der städtische Bauhof den Überschuss grundsätzlich an seine Mutter, die Stadtverwaltung Schönebeck, ab. Mit dem Geld wurden im Stadthaushalt Löcher gestopft und eben der Haushalt ausgeglichen.

Ob der Bauhof nun eine Rücklage bildet oder den Überschuss an die Stadt abgibt, ist nur von geringer Bedeutung. Denn ein Negativergebnis, so wie nun wahrscheinlich aus dem Jahr 2014, muss die Stadt sowieso ausgleichen - egal ob Rücklage aus dem Bauhofkonto oder eben aus dem Sadtsäckel.

Doch diese Weichenstellung ist am Ende dem Stadtrat überlassen. Es ist eine politische Entscheidung. So wie beim Eigenbetrieb Solepark, der ebenfalls Rücklagen bildet.