Hoffnung für die Einwohner der Ortschaft Ranies: Vorbehaltlich der Zustimmung des Landesverwaltungsamtes können die vom Hochwasser 2013 in Mitleidenschaft gezogenen Straßen wieder hergestellt werden. Entsprechende Anträge müssen jetzt eingereicht werden.

Ranies l Wie wichtig diese Nachricht für die Ranieser ist, war unter anderem daran zu sehen, wer im Publikum saß. Als am Dienstagabend im kleinen Ortschaftsbüro Ranies die Ortschaftsratssitzung begann, drängelten sich Amtsleiter und Dezernenten der Stadtverwaltung auf den wenigen Stühlen. Außerdem kamen noch Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU), der Betriebsleiter des Kreiswirtschaftsbetriebes Ralf Felgenträger und Landrat Markus Bauer (SPD). Hochkarätiger geht es kaum.

Sie alle kamen, um die frohe Botschaft zu verkünden: Wenn alles klappt und das Landesverwaltungsamt in Halle den Anträgen zur Hochwasser-Schadensbeseitigung zustimmt, dann werden demnächst in Ranies zahlreiche Straße wieder in Ordnung gebracht. Zur Untermauerung der entsprechenden Anträge der Stadt und des Kreises, die im Grunde gleichlautend sein müssen, können die Bürger des Dorfes beitragen. "Wir suchen noch Fotos vom Hochwasser 2013, die zeigen, dass die Kreisstraße im Dorf und auch die anderen Straßen überflutet waren. Für die Dokumentationen unseres Antrages wäre das nicht schlecht", rief Ralf Felgenträger während der Ortschaftsratssitzung auf.

Überflutete und unterspülte Straßen

Sollte - und auf diese Formulierung verweisen Landkreis und Stadtverwaltung gleichlautend - das Landverwaltungsamt den durchaus berechtigten Anträgen zur Wiederherstellung der Straßen zustimmen, dann könnte im kleinen Ranies eines der größten Bauprojekte der letzten Jahre starten. Zwischen 1,3 und 1,9 Millionen Euro könnten insgesamt aus dem Schadensausgleich des Hochwasserfonds in das Dörfchen fließen.

Noch vor dem Kreis stand die Stadt in den Startlöchern, um vom Wasser überflutete und unterspülte Straßen wieder in Ordnung bringen zu lassen. Jetzt wollen Schönebeck und Bernburg gemeinsam an einem Strang ziehen - und zwar in die selbe Richtung. Die Zeit drängt, denn bis Ende April müssen die Anträge in Halle beim Land vorliegen.

Und weiter geht es mit "sollte": Sollte das Landesverwaltungsamt dem Wiederherstellungsantrag zustimmen, könnte anschließend ein Planungsbüro die einzelnen Straßen überplanen.

"Uns wäre es lieb, wenn die gesamte Baumaßnahme in eine Hand gelegt werden würde. Dann gibt es keine Schnittstellen zwischen den Projekten der Stadt und dem vom Kreis", machte Ralf Felgenträger deutlich.

Anschließend könnte die Ausschreibung der Bauleistungen beginnen. Zu Sicherung der Fördermittel kann noch in diesem Jahr Spatenstich sein. "Aber keine Sorge: Wir wollen keine Winterbaustelle schaffen. Besser wäre es, wenn wir dann vielleicht von April bis November 2016 bauen", sagte der Betriebsleiter auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Ortschaftsrat. Vielleicht kann wegen der Erreichbarkeit der Grundstücke das Gesamtprojekt in zwei Jahresscheiben abgearbeitet werden.

Klare Vorstellung, wie Straße aussehen soll

Der Landkreis hat schon jetzt klare Vorstellungen, wie die Kreisstraße 1296, die sich rund 900 Meter durch das Dorf zieht, aussehen soll: "Sie soll in der gesamten Ortslage auf einer Breite von sechs Metern ausgebaut werden", so Ralf Felgenträger. Geprüft wird in diesem Zusammenhang weiter, dass die Nebenanlagen mit in das Projekt einbezogen werden.

Der grundhafte Ausbau der Kreisstraße bedeutet aber auch, dass die Straße einen Regenwasserkanal für die Straßenentwässerung bekommen soll. Wie das Problem mit der Vorflut aber gelöst werden kann, muss das Planungsbüro vorschlagen. Diese Idee quittierten sowohl die Ortschaftsräte als auch Ex-Ortsbürgermeister Klaus Maser mit zustimmenden Kopfnicken.

Unklar ist im Moment noch, ob die Pyramideneichen in Richtung Pretzien ebenfalls Schaden nach dem Hochwasser 2013 genommen haben. Das, so Landrat Markus Bauer, werde derzeit durch das Fachamt geprüft. "Es ist durchaus möglich, dass die Fäule schon in den Bäumen ist", so der Betriebsleiter des Kreiswirtschaftsbetriebes in seinen Ausführungen. Aus diesem Grund soll die Ersatzpflanzung vorsorglich schon in den Antrag an das Landesverwaltungsamt mit aufgenommen werden. "Wird das nicht nötig sein, bleiben die guten Bäume selbstverständlich stehen. Wir wollen nur Vorsorge treffen", sagte er.

Insgesamt würde das Projekt des Landkreises zur Schadensbeseitigung zwischen 500000 und einer Million Euro kosten, die Stadt will etwa 800000 bis 900000 Euro für ihre Maßnahmen beantragen.