Schönebeck l "Wo fängt man an und wo hört man auf", das fragt Dieter Tischmeyer, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Calbe, in seiner Laudatio auf Hans Both. Schließlich gebe es vieles zu sagen über den Künstler, der nicht nur in der Rolandstadt und Schönebeck bekannt ist. Auch wenn es schwierig zu sein scheint, eine passende Laudatio auf Hans Both zu formulieren, so zeigt Dieter Tischmeyer eindrucksvoll auf, wie er von dem Jubiläums-Künstler denkt - und mit dieser durchaus positiven Meinung steht er nicht allein da.

"Hans Both, das ist ein Name, der als Synonym für Kunst und Malerei steht", sagt Dieter Tischmeyer am Sonntagvormittag, als im Atrium des Stadtwerkehauses Schönebeck die Ausstellung "Einblicke - gesehen, gefühlt, gezeichnet und gemalt" eröffnet wird. In den Augen des Laudators ist Hans Both, der am vergangenen Donnerstag seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, "ein Chronist mit Bleistift und Skizzenblock". Dass der Künstler ein bescheidener und liebenswerter Mensch ist, das drücke sich in seinen Werken aus.

In Tischmeyers Augen verfügt Hans Both über eine besondere Eigenschaft: "Er erkennt durch seine sensible Wahrnehmung die Geschichte hinter den Häusern."

Und: "Wir Calbenser sind stolz, einen solchen Künstler in der Stadt zu haben", sagt Dieter Tischmeyer. Deshalb wurde Hans Both 2005 mit dem Wilhelm-Loewe-Preis sowie 2013 mit dem Eintrag in das Ehrenbuch der Stadt geehrt.

Doch Dieter Tischmeyer spricht nicht nur für die Heimatstadt des Künstlers. Auch im eigenen Namen gibt er zu, zuhause eine kleine Sammlung mit Bothschen Werken zu besitzen.

Im Stadtwerkehaus Schönebeck sind nun mehr als 30 Werke des Ausnahmekünstlers zu sehen. Sie sind geprägt von verschiedenen Motiven und stammen auch aus unterschiedlichen Zeiten. "Es ist beispielsweise ein Bild dabei, das ich vor 30 Jahren gemalt habe", sagt Hans Both im Gespräch mit der Volksstimme. Ihm sind seine Werke von früher wie heute genauso lieb. "Nur die Handschrift hat sich geändert", sagt er.

Die Vernissage macht für den Calbenser den Sonntag zu einem besonderen Tag. "Der Tag heute gibt Kraft", sagt er zu seinem Publikum, das so zahlreich ins Atrium strömt, das am Ende für Einige nur noch Stehplätze übrig bleiben.

"Vor 50 Jahren habe ich mit der Malerei begonnen", blickt Hans Both zurück. Das seien für ihn 50 Jahre, die ihn erfüllt haben. Sein 80. Geburtstag nun soll keine Zäsur bringen. "Dass ich weiter mache, das ist doch klar", stellt er fest.

Das hören gern die Vernissage-Gäste und Wegbegleiter. Grußworte sprechen am Sonntag Calbes Bürgermeister Sven Hause, Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch und Ursula Brüns von dem Kulturverein Wittingen als Überraschungsgast. Denn von ihrer Anreise wusste der Jubilar nichts.

Die Hans-Both-Ausstellung ist bis zum 29. Mai im Stadtwerkehaus zu sehen.