Schönebeck l Petrus meint es gut mit den Machern des Industriemuseums (Imuset). Als am Sonntagvormittag eine kleine Sonderausstellung eröffnet wird, breitet sich über den Imusetlern ein strahlendblauer Himmel aus. Kaiserwetter für drei "Könige": für Kurt Paul Carl Krisp, für die Männer der Allendorff-Dynasie und für Heinz Bormann. "Diese Persönlichkeiten reichen zunächst, um sie einem breiten Publikum vorzustellen", sagt Imuset-Präsident Georg Plenikowski. Schon am Morgen zur Eröffnung registiert er eine zufriedene Besucherresonanz auf dem Museumsgelände.

Der "Rote Dior": Heinz Bormann

Eine der Tafeln, jene zum "Roten Dior" Heinz Bormann, wurde von Schülern der Lerchenfeldschule Schönebeck erstellt. Seit längerem schon pflegen Schule und Museum eine enge Partnerschaft - zum Vorteil von beiden Seiten: "Wir können mit unseren Mitgliedern und der inzwischen umfangreichen Technik einen ganz besonderen Heimatkundeunterricht gestalten", erklärt Georg Plenikowski. Auf der anderen Seite unterstützen die Schüler beispielsweise bei Veranstaltungen die Vereinsmitglieder, verkaufen Kaffee und Kuchen, grillen und betreuen die Eintrittskasse.

Schüler haben Tafel selbst erstellt

Und zum Sonntag? Um die Informationstafel des Modemachers Heinz Bormann mussten sich die Imuset-Leute nicht kümmern. Die Tafel wurde von den Schülern völlig selbstständig erstellt. "Wir haben nur Fotomaterial zugereicht, alles andere haben die Mädchen und Jungen wirklich ganz prima allein gemacht", so Georg Plenikowski, der mit seinen Mitgliedern vom Verein stolz ist, junge Leute so an einen Teil der die Gesichte der Stadt Schönebeck herangeführt zu haben.

Kartenvorverkauf hat begonnen

Der "Dior des Ostens" Heinz Bormann wird in den nächsten Monaten noch häufiger im Mittelpunkt von Veranstaltungen im Industriemuseum stehen. Am 12. Juni ist in der Elbestadt eine Modenschau geplant, für die bereits jetzt die Karten verkauft werden, und es wird sie nur im Vorverkauf geben. Am morgigen Mittwoch beispielsweise von 12 bis 13.30 Uhr und vermutlich nochmals in der nächsten Woche.

Journalisten aus Polen und Finnland

Das Industriemuseum Schönebeck, Erlebniswelt Technik und Innovation, hat sich inzwischen auch in Europa einen kleinen Namen gemacht. Vor einigen Wochen besuchten Journalisten aus Polen und Finnland das Kleinod an der Elbe und veröffnetlichten in Zeitschriften größere Beiträge.

Garage und Boden ausgeräumt

Auch in der Region wird die Heimstätte für die Industrie immer bekannter. Immer wieder, so erzählen die Vereinsmitglieder, kommen ehemaliger Traktioren-, Gummi- oder Dieselmotorenwerker, die beim Aufräumen der Garage oder des Bodens Dinge aus DDR-Zeiten finden. "So war es am Sonntag auch wieder. Es ist schön, wenn an uns gedacht wird," so der Präsident des Vereines.

Marktfiguren gehen ins Museum

Diesen besonderen Stellenwert bekommen die Imusetler nicht nur von den Bürgern zugedacht, sondern auch von noch hörerer Stelle. Stadtverwaltung und Denkmalschutzbehörde fragten beim Museum nach und gaben grünes Licht für eine ganz besondere Aktion: Die alten Figuren des Marktbrunnens - der Fischer, der Handwerker, der Bergmann und die Elbe - werden dem Industriemuseum als Dauerleihgabe übergeben. Sie sollen zukünftig, vermutlich ab der zweiten Jahreshälfte, als Ensemble auf dem Gelände stehen und zu besichtigen sein. "Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung", so Georg Plenikowski.