Tornitz l Beim Deichkörper selbst und dem fünf Meter breiten Deichschutzstreifen davor und dahinter verstehen die LHW-Verantwortlichen am allerwenigsten Spaß. Und genau dort zerschreddern die schweren Reifenstollen der Maschinen Grasnarbe und Oberfläche. "Solange wie hier nicht Vernunft einkehrt, brauchen wir gar keinen Grassamen auszustreuen. Das wäre rausgeschmissenes Geld", winkt Roland Günther vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz ab. Die jungen Pflänzchen würden sofort wieder absterben, nachdem die Crosser wieder auf Kurs gegangen sind. Und eine intakte Grasnarbe sei wichtig, um den Deich zu stabilisieren. "Hier wäre ein Deichversagen nicht auszuschließen", hebt Roland Günther die Augenbrauen.

Gefährdete Stelle

Besonders an dieser Stelle, wo es bei einem Hochwasser Ende der 80er Jahre zu Problemen gekommen war. "1988 wurde hier die Berme verstärkt", deutet Roland Günther auf eine landseitige Aufschüttung, auf der ein Landwirtschaftsweg verläuft.

"Bombenlöcher"

Der Problem-Ort liegt am Saaledeichkilometer 2,1 (Kilometer 0 ist die Calbenser Eisenbahnbrücke). Der Volksmund spricht von den "Bombenlöchern". Wasserseitig finden sich über ein Dutzend tiefe Krater, die von einer Bombensprengung nach dem Zweiten Weltkrieg herrühren sollen. Ein ideales Gelände in überwiegend flacher Landschaft für Moto-Crosser. "Ich habe ja Verständnis dafür, dass die irgendwo fahren müssen", sagt Günther. "Schließlich ist das kein verbotener Sport." Aber nicht hier. Die "Bombenlöcher" sind seit Generationen ein beliebtes Crossgelände für Gelände-Biker. Der Pächter dieses Areals, der ungenannt bleiben möchte, hat dafür Verständnis: "Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn die hier fahren. Aber bitte nicht auf und am Deich." Das würden zumindest die Crosser aus Tornitz und Werkleitz akzeptieren.

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