Ranis l Ein kleiner Turm wird zur großen Kinderstube. In Ranies ist die alte Trafostation jetzt Nistplatz für Schleiereule, Turmfalke und andere Gefiederte. Das Projekt, das die Ortsgruppe des Nabu mithilfe von Stadt und Stadtwerken initiiert ist von Erfolg gezeitigt. "Zum ersten Mal hat eine Schleiereule hier gebrütet", sagt Gebhard Edner vom Nabu, als er vorsichtig den Deckel zum schatzkistengroßen Brutkasten öffnet. Inmitten von Stroh und Gewölle liegen vier Eier. "Die Schleiereule erwartet Nachwuchs", sagt der ehrenamtliche Naturschützer.

Neues Leben

Neues Leben zieht also in die alten Gemäuer. Unter Strom steht das Trafohaus in Ranies schon lange nicht mehr. Moderne Umwandler in der Nachbarschaft sind kleiner und viel effektiver. Sie haben das Türmchen in der Dorfstraße für die Energieversorgung überflüssig werden lassen. Damit war es zunächst dem geplanten Abriss geweiht. Doch Stadt und Stadtwerke haben das ortsbildprägende Gebäude saniert und damit der Nachwelt erhalten. Nicht ohne die Idee für eine Nutzung. Die kam 2014 von den Naturschützern. Die Ortsgruppe des Nabu schlug vor, Brutmöglichkeiten für Gebäudebrüter zu schaffen.

Kaum Brutplätze

Kein Luxus, wie Gebhard Edner weiß: "Der Mensch macht es den Vögeln immer schwerer, geeignete Stellen zu finden. Kirchtürme werden saniert, Scheunen und Häuser dicht gemacht. Es gibt immer weniger Unterschlupfmöglichkeiten." Grund genug, solche Orte für die Nachwuchszucht wie in Ranies zu schaffen, damit Turmfalken, Schleiereulen, Mauersegler, Schwalben aber auch Fledermäuse ihre Kinderstuben einrichten können.

Viele Arten

Die Nabu-Leute greifen den Tieren "unter die Flügel". Nachdem das Gebäude saniert wurde, haben sie die Brutplätze eingerichtet. In der mittleren Turmetage ist der Kasten für die Eulen. Oben ein ähnlicher für Turmfalken. Das beide unter einem Dach wohnen, bringt keine Probleme mit sich. "Die Eulen jagen nachts, der Falke tagsüber. Die kommen sich nicht in die Quere", sagt Gebhard Edner. Außen am Turm sind noch Nistkästen angebracht, die Meisen oder Rotschwänzchen eine Herberge bieten können.

Einflugerfolg

Bisher hat es in Ranies noch keinen Einflug gegeben. Dass jetzt die Eulen da sind, bewertet der Naturexperte als einen "Riesenerfolg". Gebhard Edner hofft, dass sich dieser Erfolg auch bei den Turmfalken fortsetzt. Allein im vergangenen Jahr haben die Naturschützer 42 dieser stattlichen Gefiederten beringt.

Lehrbuch der Natur

Die Nabu-Leute greifen den Tieren "unter die Flügel". Nachdem das Gebäude saniert wurde, haben sie die Brutplätze eingerichtet. In der mittleren Turmetage ist der Kasten für die Eulen. Oben ein ähnlicher für Turmfalken. Dass beide unter einem Dach wohnen, bringt keine Probleme mit sich. "Die Eulen jagen nachts, der Falke tagsüber. Die kommen sich nicht in die Quere", sagt Gebhard Edner. Außen am Turm sind noch Nistkästen angebracht, die Meisen oder Rotschwänzchen eine Herberge bieten können.

Für die Naturschützer bieten die Vogelwohnungen nicht nur Aufschlüsse aus ornithologischer Sicht. Anhand der Gewölle, die sie in den Nestern finden, können auch Aussagen zur Population von den kleinen Nagern gemacht werden, die zur Nahrung gehören. "Alles zusammen ist praktische Naturlehre im besten Sinne", meint Gebhard Edner mit Blick auf den Turm. Man würde verstehen, wie die Dinge in der Tierwelt zusammengehörten und sich gegenseitig bedingen würden.