Der Tunnel am Schönebecker Bahnhof, ein neuer Kreisverkehr in der Magdeburger Straße, Bodenrillenplatten für Sehbehinderte und andere Themen wurden in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses besprochen.

Schönebeck l Die Idee ist nicht neu. Schon vor Monaten meldeten sich Leser bei der Volksstimme und baten die Redaktion darum, einmal der Frage nach einer möglichen Ampel an der Kreuzung Magdeburger Straße Ecke Welsleber Straße nachzugehen. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Als Linksabbieger auf der Welsleber Straße wurde Geduld gefordert. Zudem kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Verkehrsunfällen.

Das Land Sachsen-Anhalt, das Träger der Landesstraße 51 ist, wollte nach Anfrage der Volksstimme die weitere Verkehrsentwicklung in der Stadt beobachten. Vor allem nach der Eröffnung der neuen Elbbrücke, so die Meinung der Experten, würde sich der Verkehr sowieso verlagern.

Inzwischen aber hat sich auch die Unfallkommission des Salzlandkreises mit einer baulichen Veränderung für den Knotenpunkt Magdeburger Straße Ecke Welsleber Straße befasst. Der Regionalbereich West der Landesstraßenbaubehörde hat nun zur Klärung der optimalen Variante im Rahmen einer verkehrstechnischen Untersuchung die Abwägung zwischen zwei Varianten geprüft:

- Variante 1: Aufstellung einer Ampel (wie derzeit wegen der Umleitung mit einer mobilen Anlage) und

- Variante 2: Ausbau zum Kreisverkehr.

"Im Ergebnis wird nun als optimale Variante der Ausbau des Knotenpunktes zum Kreisverkehr durch den Regionalbereich West geplant. Zurzeit erfolgen die für die Planung als Grundlage dienenden Vermessungsarbeiten", schreibt Stefan Hörold, Regionalbereichsleiter Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich West. Demnach wird die gesamte Straßenplanung und das erforderliche Baurechtsverfahren voraussichtlich zum Ende des Jahres 2016 abgeschlossen sein. "Im Anschluss könnte in Abhängigkeit der finanziellen Voraussetzungen des Straßenbaus der Umbau des Knotenpunktes erfolgen", so Stefan Hörold.

In diesem Zusammenhang machte Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch die Stadträte darauf aufmerksam, dass vermutlich auch die Stadt mit im Boot sitzen wird - finanziell. "Wir müssen uns als Stadt daran beteiligen", so der Oberbürgermeister. Die Welsleber Straße gehört zur Baulast der Stadt.

Dies wird vermutlich nicht das einzige Projekt sein, bei dem die Stadt mit finanziellen Leistungen gefordert sein wird. Denn die seit langem diskutierte Tunnelverlängerung unter dem Schönebecker Bahnhof in Richtung des Busbahnhofes scheint in greifbare Nähe zu rücken. Das zumindest verkündete Baudezernent Guido Schmidt in der Ausschusssitzung. So gab es eine Zusammenkunft zwischen Deutscher Bahn, Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH und Stadt Schönebeck. "Es liegen nunmehr drei mögliche Varianten vor, über die wir inhaltlich diskutiert haben", so Guido Schmidt. Mehr konnte er nicht sagen, versprach aber, das Projekt demnächst im Bauausschuss vorzustellen, um die Stadträte in die weitere Debatte mit einzubeziehen.

Frank Brehmer, sachkundiger Einwohner des Ausschusses, machte die Verwaltung darauf aufmerksam, dass die Bodenrillenplatten für Sehbehinderte und Blinde an der Kreuzung Bahnbrückental an allen vier Seiten in die falsche Richtung verlegt sind. Die Rillenplatten sind quer zum Fußweg in den Boden eingelassen, richtig wäre der Verlauf aber in Gehrichtung. "Das ist sicherlich versehentlich passiert. Wir werden das prüfen", versprach Dezernent Guido Schmidt. Dass Frank Brehmer vehement auf diesen Fehler aufmerksam machte, hat einen Grund: Er ist Betroffener, Frank Brehmer ist blind.