Der Marktbrunnen ist nach einjähriger Bauzeit offiziell eingeweiht worden. Bei den Arbeiten kam auch eine neu erfundene Modelliermasse zum Einsatz.

Schönebeck l "Das Wahrzeichen der Stadt Schönebeck". So betitelte Oberbürgermeister Bert Knoblauch das neue "Meisterwerk" auf dem Markt.

Der Brunnen ist seit Sonnabend ganz offiziell wieder ein Bestandteil des Stadtbildes und funktionstüchtig. Zusammen mit Martin Hennig, dem Vorsitzenden des Elbufer Fördervereins und Angelika Teich von Lotto Toto Sachsen-Anhalt weihte er das von Bildhauer Magnus Kleine-Tebbe geschaffene Kunstwerk ein.

350 Arbeitsstunden pro Figur

Es war im März 2014, als die ersten Arbeiten nach langjähriger Planungsphase endlich beginnen konnten. Der Braunschweiger Bildhauer modellierte die Bruchstück der Originalfiguren mit einer von ihm aus Wachs und Kreide erfundenen Masse nach, so dass die neuen Exemplare perfekt aussehen würden. "350 Stunden Arbeit haben wir in jede einzelne Figur gesteckt", erläutert Kleine-Tebbe im Gespräch mit der Volksstimme.

Diese neuartige Methode hatte auch einen großen Vorteil: sie war günstiger und ebenso effektiv wie die altbewährte Gipsvariante. Dabei wurde die gesamte Figur in Gips gegossen und anschließend entsprechend bearbeitet. Durch die Wachs-Kreide-Mixtur konnten die Kosten gedrosselt und von einst über 300 000 Euro auf jetzt 232 000 Euro gesenkt werden.

Neben Fördermitteln der Stadt und aus dem Geldtopf der Lottogesellschaft haben auch die Mitglieder des Elbufer Fördervereins einen Großteil an Barmitteln gesammelt. "Dabei sind 50 000 Euro zusammengekommen", sagt Vereinsvorsitzender Martin Hennig nicht ohne Stolz in der Stimme. Die Elbuferleute haben auch für Sachleistungen gesorgt. Restauriert wurde nicht nur der Brunnen, auch das Pumpwerk wurde erneuert. Man sei ja einmal dabei gewesen, so Hennig: "Wir haben uns entschlossen, die Wassertechnik ebenso komplett neu zu installieren." Dafür zeichnete die Mico Pumpen- und Wassertechnik aus Magdeburg verantwortlich.

Nun sonnen sich der Schmied, der Bergmann und der Schiffer wieder vor dem Rathaus. Die Elbe, die laut Oberbürgermeister Bert Knoblauch noch immer "den Charme unserer Stadt verkörpert", thront über ihnen.

Und das auch noch für ein paar Jahre mehr als die Originale, die "nur" 100 Jahre mehr schlecht als recht gehalten haben. "Sie werden sicher 250 Jahre problemlos überdauern", ist sich Bildhauer Magnus Kleine-Tebbe sicher.

   

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