Die Mittelstandsmesse gestern im IGZ Inno-Life ist ein voller Erfolg. Unternehmen der Region präsentierten sich und hoffen auf neue Arbeitskräfte.

Schönebeck l Der demografische Wandel macht vor keinem halt. Die Unternehmen der Region haben genau dies erkannt und sich auf der 9. Mittelstandsmesse in Schönebeck den potenziellen Auszubildenden präsentiert.

Eines der vertretenen Unternehmen ist die Beschäftigungsförderungs-, Qualifizierungs- und Innovationsgesellschaft Schönebeck mbH, kurz BQI. Sie zeichnet unter anderem für die Ausbildung der Straßenwärter in Sachsen-Anhalt verantwortlich. Dort arbeitet Britta Duschek. Sie sagt: "Die Ausbildung zum Straßenwärter in Sachsen-Anhalt ist eine der besten in Deutschland."

Mit diesem Pfund müsse das Land werben. "Doch bisher gab es kaum Marketing diesbezüglich", moniert sie. Daher hat sich die zuständige Landesstraßenbaubehörde auch in diesem Jahr entschlossen, zum ersten Mal in Schönebeck bei der Mittelstandsmesse aufzutreten.

Ausbilder Holger Titsch zeigte ganz praktisch, wie man richtig pflastert und welche Fertigkeiten man eigentlich als Straßenwärter benötigt. Die Zeiten des alleinigen "Straßenflickens" sind nämlich lange vorbei, wie auch Britta Duschek erläutert: "Die Auszubildenden müssen mit allerhand, auch sehr wertvoller Technik umgehen können." So sei beispielsweise der traditionelle Unimog, den man immer wieder am Straßenrand sieht, knapp eine halbe Million Euro wert.

Zudem habe man jeden Tag etwas anderes zu tun, wie auch Karsten Kirmse, Landesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten in Sachsen-Anhalt, erklärte: "Mal muss man das Gras am Fahrbahnrand schneiden, mal eine Baustelle oder einen Unfall absichern."

Aber auch die Aufgaben von einst stehen weiterhin auf dem Programm: Ausbesserungen der Fahrbahn.

Hier ist auch oftmals eine große Hürde in der Ausbildung versteckt. "Vor allem beim Planen eines Kreisbogens tun sich viele Lehrlinge am Anfang noch schwer", erläutert Ausbilder Titsch.

Wer sich für die dreijährige Ausbildung entschließt, bekommt auch einen LkwFührerschein finanziert. "Das sieht der Rahmenlehrplan so vor", weiß Britta Duschek und betont zugleich: "Dadurch ist sie auch sehr teuer." Aber sie müsse sein, denn "das Streckennetz in unserem Land ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor".

Die Wirtschaft im Lande wird aber auch von den "normalen" mittelständischen Betrieben getragen. Sie haben die Messe am gestrigen Sonntag genutzt, um sich vorzustellen und um neue Fachkräfte zu werben.

Zur Eröffnung hatte Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) die Gäste begrüßt. "Was alles mit dieser Veranstaltung auf die Beine gestellt wird, ist ein großes Lob wert", sagte er. Hier komme Information, Imagebildung, Präsentation, Interessensweckung, Angebotsvielfalt, Leistungsschau, Anerkennung, Motivation und der Ausblick auf künftige Aktivitäten zusammen, zudem Unterhaltung, Entspannung und Abwechslung.

Auch Salzland-Landrat Markus Bauer (SPD) sprach ein Grußwort. Darin verlieh er seiner Hoffnung Ausdruck, künftig das Handwerk für die Mittelstandsmesse stärker interessieren zu können.

Britta Duschek berichtete über die Aktivitäten der Bürgerstiftung Salzland, sie selbst ist die Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Viel Beifall erhielt der Auftritt von Kindern und Jugendlichen des Projektes "Pelle Musical Camp". Der Barbyer Schauspieler und Musiker Stephan Wapenhans leitet junge Menschen zum Tanzen, Singen und Schauspielern an.

(Berichterstattung wird fortgesetzt)