Heute vor 60 Jahren haben sich Dorothea und Richard Zogbaum das Ja-Wort gegeben. Die Eickendorfer feiern ihr Jubiläum in kleiner Runde mit Familie und Freunden.

Eickendorf l Ein Patentrezept für 60 gute Ehejahre könne er nicht geben, sagt Richard Zogbaum. Und dann gibt er - unbewusst, weil es für die beiden wohl selbstverständlich ist - doch eines: "Gegenseitiges Verständnis und gegenseitige Hilfe, auch in schweren Zeiten."

Heute feiern die beiden 80-Jährigen in ihre diamantene Hochzeit gemeinsam mit der Familie - dazu zählen Tochter Ramona, zwei Enkel und vier Urenkel - und engen Freunden. Es soll ein Tag werden wie damals. In kleiner, feiner Runde, gemütlich daheim. Bitte mit Sonnenschein. Höchstens ein Regenschauer könne ruhig sein, den gab es vor 60 Jahren auch, erinnert sich Richard Zogbaum noch.

Eigentlich wollte Richard Zogbaum ja erst heiraten, wenn er 21 ist, erzählt er. Das wäre der 9. Mai 1955 gewesen. Doch die Schwiegermutter habe gesagt, dass dies eher passieren müsse - immerhin "drängelte" jemand im Bauch von Dorothea ... Gesagt, getan: Am 30. April 1955 wurde Hochzeit gefeiert. "In den Nachkriegsjahren gab es ja nicht viel, wir haben alles zusammengeholt, jeder hat mitgeholfen", erinnert sich Dorothea Zogbaum.

Beide kannten sich schon von Kindheit an. Sie wuchs in Großmühlingen auf, er in Eickendorf. In Jugendjahren hat es dann gefunkt. Den Entschluss zu heiraten, haben sie dann 1954 beim Pflaumenkuchenmarkt Großmühlingen gefasst.

Beruflich war Richard Zogbaum erst Neubauer, dann im Maschinenbau Magdeburg tätig. Später hat er die Polsterwerkstatt seines Vaters übernommen. Dort hat auch seine Frau gearbeitet, die zuvor viele Jahre in der Gärtnerei Großmühlingen beschäftigt war.

56 Jahre lang haben beide zudem einen Kleingarten bewirtschaftet. "Das selbstgeerntete Obst und Gemüse schmeckt doch anders als das, was in der Ladentheke liegt", erklärt Richard Zogbaum.

Beide haben nicht nur gern gegärtnert, sondern gingen auch gern feiern und auf Reisen, oft mit Freunden. Welche Reise sie wohl nie vergessen werden: ihren Kuba-Urlaub. Mit dem Flieger ging es hin, mit dem Schiff zurück.

Und dann hatten sie auch noch jeweils ihre ganz eigenen Hobbys. Er ist seit 1951 zudem im hiesigen Rassegeflügelzüchterverein aktiv und heute mittlerweile Ehrenmitglied. Seine Leidenschaft sind die Federfüßigen Zwerge. Bereits sein Vater und sein Bruder hatten schon diese Zwerghühner-Rasse. "Das ist sozusagen die Lieblingsrasse von uns. Ich habe sie von ihnen übernommen", erzählt der 80-Jährige. Zu seiner Freude hat jetzt auch sein Enkel Gefallen daran gefunden und sie mit in seine neue Heimat Bad Homburg genommen. "Wir haben die Hühner jetzt nur noch zum Eierlegen und Schlachten." Seine Dorothea hatte sich in ihrer Freizeit der Gymnastik im Sportverein verschrieben.