Die Kreisgrabenanlage Pömmelte wurde als Station der touristischen Route "Himmelswege" bestätigt. Das teilte Hartmut Möllring, Landesminister für Wissenschaft und Wirtschaft, schriftlich in einem Brief Landrat Markus Bauer mit.

Pömmelte l Nach Abstimmungen des Ministeriums mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Halle und dem Tourismusverband Saale-Unstrut wird die Kreisgrabenanlage Pömmelte damit künftig als Teil der Himmelswege im Marketing der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) geführt und in den Werbematerialien und im Tourismusportal als Besucherziel ergänzt, teilte die Pressestelle des Salzlandkreises mit. Der Ort erhalte zudem die entsprechende Förderpräferenz im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur", hieß es in dem Schreiben.

Damit sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Vermarktung der bronzezeitlichen Kultstätte getan, kommentierte Markus Bauer die positive Nachricht.

Die touristische Erlebnisroute "Himmelswege" geht der Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Woher und dem Wohin, nach. Die Antwort steht in den Sternen. Im Süden Sachsen-Anhalts geben bisher archäologisch einmalige Funde von internationaler Bedeutung an vier "Himmelswege"-Stationen Auskunft über die Vorgeschichte einer Region, die einmal zu den wichtigsten Zentren Europas zählte.

Seit einiger Zeit kann man sich dort auf die Reise zu den Sternen begeben. In Halle, Goseck, Langeneichstädt und Nebra erwarten die Besucher spannende Ausstellungen rund um den Himmel auf Erden.

Archaisch bemalte Palisaden

Nun zählt auch die Kreisgrabenanlage bei Pömmelte-Zackmünde neben der Himmelsscheibe von Nebra und dem Sonnenobservatorium von Goseck zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre in Deutschland. Rund 120 Meter misst der Durchmesser des Komplexes. Jetzt, wo die Palisaden aus Robinienholz stehen, die zum Teil archaisch bemalt sind, wird die Dimension deutlich. Bisher versteckt sich die Anlage allerdings noch hinter Büschen und Bäumen auf dem Acker. Von der Straße von Pömmelte nach Schönebeck ist sie nicht zu sehen. Das soll sich aber bald ändern, wenn voraussichtlich im Juni der erste Teil des Kultortes eröffnet wird.

Die Anlage von Pömmelte-Zackmünde war bei Prospektionsflügen des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie 1991 entdeckt worden. Aus der Luft waren der kreisrunde Graben mit insgesamt vier Toröffnungen sowie Teile einer begleitenden Innenpalisade erkennbar. Bei der durchgeführten geophysikalischen Prospektion ließen sich zudem Teile von Gruben und ein weiteres segmentartiges Grabenstück ausmachen.

Nicht pietätvoll bestattete Menschen

Die Archäologen fanden menschliche Skelette und einzelne Schädel. Darunter auch zwei vollständige, die man nicht pietätvoll bestattet hatte. Die Lage der Hände ließ eine Fesselung der Handgelenke vermuten. In einer weiteren Schachtgrube lagen die Überreste von zwei Menschen, wobei in einem Fall die Beine, im anderen Arme und Beine fehlten. Auffällig war, dass die Archäologen an einem Schädel mehrere, wohl von einem Steinbeil stammende Schlagmarken, entdeckten.

Kein friedlicher Ort also, dieses "Stonehenge" von Pömmelte.

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