Die Weichen für den Anbau eines Personenaufzuges an das Bierer Verwaltungsgebäude hat der Gemeinderat gestellt. Wenn die Kommunalaufsicht dem Haushalt zustimmt, soll das Projekt mit Kosten in Höhe von rund 60100 Euro realisiert werden.

Von Olaf Koch

Biere l Aufwärts geht es demnächst für die Verwaltung Bördeland - oder auch abwärts. Der Grund: Der Gemeinderat hat unlängst die Weichen für den Anbau eines Personenaufzuges an das ehemalige Schulgebäude beschlossen. Der Rat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen. Einzige Voraussetzung ist, dass dem Haushalt von der Kommunalaufsicht zugestimmt wird.

Offensichtlich muss das Projekt schon lange in der Planung sein. "Ein entsprechendes Vorhaben haben wir in der Schublade", berichtete Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) den Ratsmitgliedern. Wohl nicht ohne Grund, denn die Treppen außerhalb des Gebäudes und im Inneren stellen nicht nur für Menschen mit Behinderung ein Problem dar, sondern zunehmend auch für die ältere Bevölkerung.

"Uns wurde eine Zuwendung angeboten, deshalb rechnet sich das Projekt aus unserer Sicht nun."

Bernd Nimmich, Bürgermeister Bördeland

"Auf der Grundlage der demografischen Entwicklung im ländlichen Bereich und der immer älter werdenden Bevölkerung ist diese Maßnahme von großer Bedeutung", begründete es der Bürgermeister und fügte hinzu: "Die Schaffung der Barrierefreiheit ist die Voraussetzung für das gleichberechtigte Handeln aller Bevölkerungsschichten, für die gemeinschaftliche Integration und eine Verbesserung der Lebensqualität."

Soweit die Theorie, denn: Der derzeitige Zustand des Verwaltungsgebäudes lässt eine Begehung von Menschen mit Behinderung nicht zu. Die Diensträume der am meisten kontaktierten Amtsbereiche sind lediglich über eine der Treppen im Erd- und Obergeschoss erreichbar. "Eine Änderung dieses Zustandes ist nur durch den Anbau eines Personenaufzuges möglich", so Bernd Nimmich. Die Gesamtkosten des Vorhabens werden mit 60100 Euro beziffert - wesentlich zu viel für die Kommune.

"Uns wurde eine Zuwendung angeboten, deshalb rechnet sich das Projekt aus unserer Sicht nun", macht Bernd Nimmich deutlich. So sollen 36600 Euro aus einer Förderung der regionalen ländlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt (Rele) kommen, Bördeland müsste 23500 Euro Eigenmittel bereitstellen, also nur noch ein Drittel der Gesamtsumme. Der Anbau an die Giebelseite des langen Verwaltungsgebäudes ist technisch nicht möglich. Dort ist der Untergrund aufgrund des alten Kohlekellers offen und müsste aufwändig stabilisiert und verfüllt werden. Jetzt wird der Lift links des Eingangsbereiches zwischen Außentreppe und Gebäude angebaut. "Dazu müssen aber einige Büros weichen", so der Bürgermeister.

Der Einbau des Treppenliftes ist im Entwurf zum Investitionsplan 2015 eingearbeitet, die Finanzierung im Haushaltsjahr 2015 gesichert. Nur eines steht noch nicht: der Baubeginn.