Der Glinder Museums- und Heimatverein lud am Sonnabend zur zweiten "Mai-Nacht" ein. Was mit einer Dorfrallye für die Jüngsten begann, endete auf dem lauschigen Museumshof zwischen Feuerschale und Grill.

Glinde l "Warum hat denn dein Enkel Paul ein blaues Auge?", wollte ein neugieriger Zeitgenosse von Harald Schmidt wissen. "Hat er von einer Schlägerei im Kindergarten", kommt trocken und wie aus der Pistole geschossen aus Opas Mund. Paul ist zwei Jahre alt; sein Opa Vorstand im heiteren Lichtmess-Komitee. Keine weiteren Fragen über die Ernsthaftigkeit dieses Dialogs. Dennoch soll des guten Rufes von Paul wegen und dessen Erziehungsberechtigten aufgeklärt werden: Der Knirps war gefallen (und hatte nicht geboxt).

Derartige Geschichten erlebte man am Sonnabend zur "Mai-Nacht" des Museumsvereins, dessen erste Aktion eine Dorfrallye für die Jüngsten war: Mit Bobbycar, Laufrad oder Fahrrad - der Nachwuchs ging in Glindes einziger Einbahnstraße an den Start. Wobei dieser Ort wieder Substanz für findige Interpretationen bietet: Der Volksmund nennt ihn "Kneipengang" - Ziel der Rallye war Hendrik Fabians Wirtshaus Zum goldenen Anker ... (Würde Heimatdichter Walter Schüler noch unter uns weilen, wäre das ein gefundenes Lyrik-Fressen für ihn.) Am Ziel erwartete aber nicht Kneiper Hendrik die Rennfahrer mit Bier, sondern Sybille Schmidt mit einer Kiste voller (politisch korrekter) "Schokoküsschen". Zur Siegerehrung auf dem lauschigen Museumshof gab es dann noch weitere süße Preise.

Vernissage im Juni

Ab 19 Uhr wurde dann zur Baumblüte unter dem alten Birnbaum der einstigen Bäckerei Trittel, des heutigen Lichtmessmuseums, eingeladen. Hier ließ man es sich bei Stockbrot, Würstchen und Mai-Bowle gut gehen. Dabei wurden auch neugierige Reporterfragen beantwortet: Glinde zählt derzeit 37 Kinder und Jugendliche im Alter bis 17 Jahre. Originell war übrigens auch der Eintrittspreis zur "Mai-Nacht": Holz für die Feuerschale.

Nächste Aktion ist im Juni das Sommerfest mit einer Vernissage mit Bilder von Dirk Wiebelitz.

   

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