Schönebeck l Eine Gemeinsamkeit hat die Orientierungsfahrt der Freiwilligen Feuerwehren mit dem Eurovision Song Contest. Wer den Sieg erringt, richtet die Veranstaltung im nächsten Jahr aus. Da die Freiwillige Feuerwehr aus Pretzien im letzten Jahr ganz oben auf dem Siegertreppchen stand, fand die diesjährige Auflage im Ostelbischen statt. Ansonsten wird im Gegensatz zum Gesangswettbewerb aber herzlich wenig auf stimmliche Qualitäten geachtet.

Im Mittelpunkt des traditionellen Kräftemessens stehen der Umgang mit Feuerwehrtechnik und viele schweißtreibende Prüfungen. Seit Oktober des vergangenen Jahres plant Michael Vorwerk die Veranstaltung. Ziemlich aufwendig sei das gewesen, erläutert der Wehrleiter der Pretziener Brandbekämpfer. "Natürlich bereitet es Freude, ein so großes Treffen aller Kameraden auf die Beine zu stellen", freut sich der Chef der Wehr.

Fahrt hat Ursprung im Jerichower Land

Die Orientierungsfahrt sei ursprünglich im Jerichower Land entstanden, so befinden sich unter den teilnehmenden 16 Feuerwehren allein zwölf Wehren aus Gommern und Co. Aus Schönebeck "angereist" sind die Kameraden aus Pretzien, Ranies und jene aus Felgeleben. Im ersten Teil des Wettstreits geht es darum, mit einer rudimentären Routenbeschreibung den richtigen Weg zum eigentlichen Startpunkt zu finden. In Teil zwei des Wettkampfes der Feuerwehrleute geht es an insgesamt sechs Stationen um Geschicklichkeit, gepaart mit dem Einsatz spezifischer Technik.

Rundkurs und Schlauchbooteinsatz

So finden sich einige der Teilnehmer an der ersten Station zunächst auf Holzskier geschnallt wieder. Es gilt, einen Rundkurs zu absolvieren, bevor an der nächsten Station in Elbenau unter Einsatz mehrerer Schläuche ein behelfsmäßiger Wassertransport simuliert wird. In Gommern heißt es dann: hinein in ein Schlauchboot und dann mit Volldampf über den See gerudert. Den ersten hocherfreulichen Kontakt mit einem Bierfass gibt es dann in Königsborn zu bejubeln: Das 30-Liter-Fass möglichst weit zu werfen, lautet die Aufgabenstellung. Von Genuss eines Kaltgetränkes kann zu diesem Zeitpunkt nur geträumt werden.

Zuvor stehen in Ladeburg und Prödel die letzten beiden Stationen des Wettkampfes an: Wasser muss zunächst mittels Kübelspritze möglichst verlustfrei in Eimer verbracht werden, bevor beim krönenden Finale ein Baumstamm fachgerecht zerlegt wird.

Das Ziel: unter Einsatz aller Kräfte ein Baumstück zu erzeugen, welches am Ende im besten Falle genau zwei Kilo auf die Waage bringt. Doch damit nicht genug. Um sicherzugehen, dass die Feuerwehrleute sich ihr anschließendes Festmahl auch verdient haben, gilt es abschließend 33 Heimatkunde-Fragen zu beantworten.

Sieger kommt aus Wahlitz

Als bestes Team entpuppte sich schlussendlich, alle Disziplinen zusammengenommen, eine der zwei Wahlitzer Truppen. Erheitert und ausgelagt von den vielfältigen Anforderungen des Tages konnte nach der Siegerehrung endlich zum gemütlichen Beisammensein übergegangen werden. Zum Einsatz kam die obligatorische Gulaschkanone, in die ausgetrockneten Kehlen rann der eine oder andere Schluck Gerstensaft.

Am Ende des Tages, so freut sich Pretziens Wehrleiter Michael Vorwerk, zähle, dass die Wehren sich ausgetauscht hätten, man aktiv gewesen sei und zuletzt natürlich eine Menge Spaß gehabt habe.

Nächstes Jahr wird der Wettbewerb in Wahlitz stattfinden. Dann geht der Wettstreit der Wehren aus dem Schönebecker Raum und aus Gommern in die nächste spannende Runde.

 

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