Doris Frensel hat für ihr langjähriges soziales Engagement aus den Händen von Landrat Markus Bauer die Ehrennadel von Sachsen-Anhalt erhalten. Eine Ehrung, die bei ihr und den mitgereisten Mitgliedern des Behindertenverbandes Calbe (BVC) gleichermaßen für Rührung und Stolz sorgte.

Calbe l "Heute ist ja Calbe stark vertreten", freute sich Landrat Markus Bauer gestern Vormittag im Empfangsraum des Bernburger Landratsamtes. Ihm war es sichtlich eine Freude, Doris Frensel als Salzlandfrau 2013 nun auch im Beisein von fünf weiteren BVC-Mitgliedern eine Ehrung des Landes im Namen von Ministerpräsident Rainer Haseloff überreichen zu können. Im Jahr 2000 stiftete das Land die Ehrennadel als Anerkennung für hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit von Bürgerinnen und Bürgern in Sachsen-Anhalt.

Seit 1992 engagiert sich Doris Frensel im BVC, schon ein Jahr später wird sie stellvertretende Vorsitzende. Als Organisatorin der Tages- und Mehrtagesfahrten erhält sie Lob und Anerkennung. Neben den Ausflügen erhalten Mitglieder auch Vorträge zu medizinischen Themen, zu Recht und Sicherheit im Alltag. Durch ihr Mitwirken an einer Unterschriftensammlung wurde in der Saalestadt ein barrierefreier Haltepunkt der Deutschen Bahn eingerichtet.

Ihr ehrenamtliches Engagement trug außerdem dazu bei, dass eine Dokumentation zur Problematik Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an die Mitglieder des Landtages, des Kreistages und des Calbenser Stadtrates übergeben werden konnte. Die 52-Jährige arbeitete zudem einige Jahre im Vorstand des Landesbehindertenverbandes mit und ist Vorsitzende des bundesweit tätigen Vereins "Tulpe", der Gesichtsversehrte unterstützt. Ein soziales Wirken, dass einen Großteil ihres Alltags bestimmt und mit dem sie vielen Menschen mit Rat und Tat zur Seite steht.

"Ich habe erst kurz vorher von meinem Glück erfahren, die Mitglieder haben wirklich dicht gehalten", freut sich Doris Frensel über die Ehrung.

"Durch Ihr beherztes Auftreten und das Kommunizieren von Problemen in der Öffentlichkeit schaffen sie ein Bewusstsein für viele Barrieren im Alltag", würdigte Bauer die ausgezeichnete Calbenserin. Der Landrat verstehe unter Barrierefreiheit nicht ausschließlich einen Begriff im Zusammenhang mit einer körperlichen Behinderung. "Auch eine Mutter mit Kinderwagen ist auf Barrierefreiheit angewiesen", betonte Bauer. Er ermunterte die Anwesenden, weiterhin den Kontakt zum Salzlandkreis aufrecht zu halten und auf das Thema der Barrierefreiheit aufmerksam zu machen.