Kleinmühlingen l Normalerweise würden sich die Freunde der Luftfahrt in Kleinmühlingen auf den nächsten Flug vorbereiten. Doch statt launiger Fliegerei kam es am Donnerstag zu einem unschönen Vorfall, bei dem zwei Menschen zu Schaden kamen. Ein Ultraleichtflugzeug, aus Stendal kommend, bleibt beim Landen mit dem linken Flügel an einem zirka drei Meter hohen Eisenpfeiler hängen. Die Maschine dreht sich in einem Halbkreis um den Pfeiler und zeigt in jene Richtung, aus der sie gekommen ist. "Die Ursache für das Unglück ist bisher ungeklärt", erklärt Polizeikommissar Norman Braun an der Unfallstelle. "Die beiden Insassen wurden schwerverletzt ins Klinikum eingeliefert. Lebensgefahr besteht jedoch nicht."

Laut einer Mitteilung des Pressesprechers der Polizei des Salzlandkreises, Marco Kopitz, ist der Pilot des Flugzeugs 75 Jahre alt. Er wurde in die Magdeburger Uniklinik eingeliefert. Seine Begleiterin, eine 69-jährige Dame, wurde in das Klinikum Schönebeck gebracht.

Ein Prüfer sollte das Flugzeug inspizieren

Polizeikommissar Norman Braun weiß außerdem, weshalb die als Kleinstflugzeug geltende Maschine in Kleinmühlingen landete: "Das ältere Ehepaar wollte sich hier mit einem Prüfer treffen. Die Tauglichkeit des Flugzeugs sollte kontrolliert werden."

Die nach dem Unfall angerückten freiwilligen Feuerwehren aus Calbe und Kleinmühlingen nehmen Erstmaßnahmen an dem Wrack vor.

Danach untersuchen und dokumentieren Polizei und Kriminalpolizei den Schaden sowie die Unfallstelle schriftlich und fotografisch. Zur Gefahrenvermeidung wird unter anderem der Auslösemechanismus für den Fallschirm entschärft. Nach der Freigabe der Unfallszene durch die ermittelnden Behörden entfernen die Feuerwehrleute, die mit zwei Einsatzfahrzeugen anwesend sind, Betriebsstoffe aus dem Flugzeugwrack, um etwaige Gefahren zu beseitigen. Nach Abschluss der Untersuchungen soll das zerstörte Flugzeug auf dem Flugplatz gelagert werden.

Führt nun eine entsprechende Fachbehörde Untersuchungen zu dem Unglück durch? Germout Freitag, Pressereferent der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig, sagt auf Nachfrage der Volksstimme: "Für Ultraleichtflugzeuge sind wir nicht zuständig. Zudem gab es keine Toten. Deshalb werden wir in diesem Fall nicht ermitteln." Marco Kopitz ergänzt: "Es gibt die Festlegung, dass ein Flugzeug mehr als zwei Tonnen wiegen muss, damit die Bundesstelle ermittelt. Und das tut es in diesem Fall nicht." Um eine fachgerechte Untersuchung der Unfallstelle zu gewährleisten, ist ein Sachverständiger des TÜV für Luftsportgeräte anwesend.

"Die Kriminaltechnik führt die Spurensicherung durch. Nach dem Abschluss der noch andauernden Ermittlungen wird das Flugzeug den Insassen wieder ausgehändigt", informiert Kopitz.

Sobald es möglich ist, sollen die beiden Verunglückten zum Hergang des Flugunfalls befragt werden. Es sei noch nicht geklärt, wer für die entstandenen Kosten von Feuerwehr- und Polizeieinsatz aufkommen wird.