In gut 14 Tagen jährt sich in der Region die Hochwasserkatastrophe an Elbe und Saale zum zweiten Mal. Jetzt beschäftigen sich Wissenschaftler der Uni München mit der Hochwasserhilfe. Per Fragebogen wollen sie im Auftrag der Malteser wissen, ob und wann Betroffene Hilfsangebote bekamen.

Salzlandkreis l Ist die Hilfe nach der Flut vor zwei Jahren auch da angekommen, wo sie gebraucht wurde? Und: Haben die Hilfsaktionen etwas gebracht? Das sind nur zwei von vielen Fragen, für die sich die Malteser-Hochwasserhilfe interessiert. In ihrem Auftrag gehen nun Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) diesem Thema in mehreren Städten und Ortschaften Deutschlands nach.

Teilnehmer verbessern die Katastrophenhilfe

Im Salzlandkreis und weiteren vom Hochwasser betroffenen Ortschaften und Städten werden sie dazu in den kommenden zwei Wochen Fragebögen verschicken und bitten die Einwohner um ihre Meinung. "Es geht vor allem darum, ob die richtigen Menschen mit den Hilfsangeboten erreicht wurden und ob die Hilfe dann auch wirksam war", erklärt die federführende Wissenschaftlerin, Dr. Christine Adler. Unter Leitung der Psychologin wird die Befragung im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes "PsyCris" - psychosoziale Unterstützung im Krisenmanagement - ausgewertet. PsyCris ist ein von der Europäischen Union finanziertes, internationales und multidisziplinäres Projekt. Eine besondere Bitte hat Christine Adler: "Wir Wissenschaftler wollen es gern genau wissen und fragen manchmal nach. Wenn Teilnehmer den Fragebogen nach einigen Monaten vielleicht noch einmal bekommen, so ist das kein Fehler, sondern Absicht."

Um Antworten aus einem möglichst breit gestreuten Bevölkerungskreis zu erhalten, werden laut Informationen der Malteser manche Haushalte auch zufällig ausgesucht und angeschrieben. "Jeder, der den Fragebogen ausfüllt, trägt damit zu einer Verbesserung der Unterstützung bei Katastrophen bei", sagt Sebastian Stiewe, Koordinator der Malteser-Hochwasserhilfe Sachsen-Anhalt. Die Ergebnisse der Studie sollen noch in diesem Jahr bekannt gemacht werden.

Der Fragebogen kann auch im Internet ausgefüllt werden unter: www.bit.ly/Hochwasser_Fragebogen