Betrübt ist Sarah Zucker aus Schönebeck. Eigentlich hat sich die Cellistin für den Bundesausscheid "Jugend musiziert" qualifiziert, der heute in Hamburg startet. Jedoch hat die 16-Jährige zu viel geübt und leidet nun unter einen Sehnenscheidenentzündung.

Schönebeck l Geknickte Stimmung herrscht im Hause Zucker. Wo sonst die schönsten Töne von Cello und Klavier durch die Zimmer geistern, herrscht momentan Stille. Denn die begabte Musikerin Sarah Zucker hat sich eine Sehnenscheidenentzündung zugezogen. Und das bedeutet, dass sie vorerst vier Wochen lang pausieren muss. Für das Pressefoto ihr geliebtes Cello in den Händen halten, das geht. Doch darauf spielen? "Das tut weh", sagt die 16-Jährige. Jedoch ist das noch nicht einmal das Schlimmste an der Geschichte. Viel mehr betrübt die junge Schönebeckerin, dass sie nun nicht beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" antreten kann, der heute in Hamburg startet.

"Es ist nervig, wenn ich sehe, was ich alles verpasse", sagt die 16-Jährige. Trotz ihrer traurigen Stimmung behält sich die Gymnasiastin ihr Lächeln. Sie ist ein lebensfroher Mensch. Ob das an der Liebe zur Musik liegt? "Es macht einfach Spaß", antwortet sie auf die Frage nach der Motivation, zweimal in der Woche zur Musikschule zu gehen. Hinzu kommen noch die Übungsstunden in den heimischen vier Wänden. "Ich kann das gar nicht richtig erklären", sagt Sarah Zucker, die sich seit neun Jahren dem Cello verschrieben hat. Vor drei Jahren hat sie zudem das Klavierspielen in ihr Repertoire mit aufgenommen.

Nicht nur die 16-Jährige ist musikalisch. Ihr jüngerer Bruder widmet sich ebenfalls mit Begeisterung dem Tasteninstrument. Und ihre Mutti Gaby Zucker ist als Profi-Flötistin bei der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Irgendwie scheinen die Musik und das passende Talent im Blut bei Familie Zucker zu liegen. Dass Sarah Zucker ihr Cello sehr gut beherrscht, hat sich schon mehrfach unter Beweis gestellt. Höhepunkt war der dritte Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" im Jahr 2011. Mehrere Landessiege gehören auch in ihre Sammlung - eine Sammlung, die sie an ihrer Zimmerwand täglich sieht.

"Da habe ich extra einen Platz, wo die Teilnehmerurkunde des diesjährigen Bundesausscheides hin sollte", erzählt sie. Und: "Es wurmt mich, dass der Platz nun leer bleibt." Das ist Ehrgeiz. Dazu steht die 16-Jährige, schließlich treibe sie das unter anderem auch an, oft und mit Hingabe zu proben. Das wurde ihr nun aber zum Verhängnis. "Ich war diese Woche im Orchesterprobenlager in Schierke", blickt sie auf Montag zurück. Nach der Anreise, so die Schönebeckerin, habe das Üben begonnen. Zwar mit Pausen, aber intensiv. "Und ich habe auch gern in den Pausen noch geübt", gibt sie zu. Das Ende vom Lied: Im linken Arm hat Sarah Zucker eine Sehnenscheidenentzündung. Die Schmerzen dazu stellten sich bereits am Dienstag ein. Der Arzt verordnet deshalb vier Wochen Pause.

"Dabei habe ich mich schon so sehr auf den Wettbewerb gefreut", sagt sie. Vor allem stolz auf sich und ihre Duett-Partnerin ist sie, "weil wir uns im Landesausscheid gegen eine so hohe Konkurrenz durchgesetzt haben". In ihrer Altersgruppe würden schließlich schon sogenannte Frühstudenten und Schüler von Musikfachschulen antreten.

Heute um 17.20 Uhr wäre Sarah Zucker mit ihrem großen Auftritt in Hamburg dran. Statt in der Hansestadt wird sie den Tag zuhause in der Elbestadt verbringen. "Meine Cousine ist bei dem Bundesausscheid und wird mir per Handy Bericht erstatten", sagt sie. Wenigstens etwas.

Schönebeck wird übrigens trotzdem bei dem Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" vertreten sein. Neben Sarah Zucker hatte sich ebenso Moritz Beyer am Klavier qualifiziert. Er wird wie weitere 72 junge Musiker in den verschiedensten Kategorien aus Sachsen-Anhalt das Bundesland vertreten.