Stimmungsmusik pur. Das haben das Jörg-Hegemann-Trio und der Sänger Thomas Aufermann am Pfingstsonnabend in Zens geboten. Anlass: Bärbel und Michael Feldbach haben das 19. Jahr in Folge in ihren Künstlergarten eingeladen. Mehr als 400 Besucher genießen den genialen Musikabend.

Zens l Die Sonne weiß, was gut ist. Deshalb ist sie am Pfingstsonnabend auch pünktlich zum Konzertbeginn des Jörg-Hegemann-Trios und dem Sänger Thomas Aufermann hinter den Wolken hervorgekommen. Sie lässt die eindrucksvollen Musiker in vollem Glanz erscheinen, während sie Stimmungsmusik pur im Künstlergarten Feldbach in Zens zu Gehör bringen. Es ist der reine Boogie Woogie, dem sich keiner der zahlreichen Gäste entziehen kann - mitwippen ist erlaubt und gewünscht.

Musikalischer Kopf der Veranstaltung ist Jörg Hegemann am Piano. Dabei hat der Musiker sein Handwerk nicht durch ein klassisches Studium erlernt. Jörg Hegemann ist Autodidakt. "Letztlich kann man sagen, dass ich dieses Fach studiert habe, nur eben ohne Lehrer", erklärt der 48-Jährige im Gespräch mit der Volksstimme. Denn um das Piano so zu spielen wie er es am Sonnabend bemerkenswert in Zens beweist, "habe ich auch sieben Stunden am Tag geübt", berichtet er.

Zwei Pausen leisten sich die Musiker während ihres dreistündigen Programms. Das ist offensichtlich nicht selbstverständlich. Nicht umsonst gibt Thomas Aufermann zu Beginn der zweiten Zäsur mit einem Lächeln im Gesicht den Hinweis: "Manche Gäste gehen in dieser Pause. Das ist aber ein Fehler, denn danach kommen die besten Stücke."

Das bewahrheitet sich. Es wirkt, als legen die vier Musiker zum Endspurt noch einen Gang zu. Und so ist es nicht verwunderlich, dass zum absehbaren Ende hin zahlreiche Besucher aufstehen, mitklatschen, zum Rhythmus wippen und die Stimmung insgesamt ihren phänomenalen Höhepunkt erreicht.

Das ist es auch, was Jörg Hegemann, der weltweit die Bühnen bespielt, an Zens und dem Feldbachschen Anwesen reizt. "Sonst trete ich in großen Konzerthallen auf", sagt er, und: "Doch bei Privatleuten so wie hier in Zens, das habe ich bisher erst zwei oder drei mal erlebt." Der Reiz daran? "Es ist ein schöner Platz, das Publikum ist top und die Atmosphäre ist einfach toll", fasst der Musiker zusammen. Das muss man dem sympathischen Mann einfach glauben, denn die Stimmung am lauen Abend des Pfingstsonnabend ist tatsächlich kaum zu übertreffen und hinzu kommt, dass Jörg Hegemann in Zens als Wiederholungstäter gilt - schließlich ist er hier bereits 2010 mit seinem Trio aufgetreten.

"Danach habe ich mich bei Familie Feldbach ein paar Mal in Erinnerung gebracht, dass ich gern wieder hier musizieren würde", berichtet er. 2015 hat es geklappt - vor allem der enorme Zuspruch gibt hierbei Bärbel und Michael Feldbach Recht, dass die diesjährige Wahl sehr gut getroffen ist. "Denn so voll war es noch nie", sagt Michael Feldbach, dem die Freude am Sonnabend ins Gesicht geschrieben steht.

Das Ehepaar und die ehrenamtlichen Helfer von den Heimatfreunden Zicken-Zens und der Freiwilligen Feuerwehr haben zwar einen durchaus stressigen Tag mit Aufbau und Vorbereitungen hinter sich, doch das alles macht der durch und durch gelungene Abend wett.

Fotoausstellung fürs Auge

"Es sind rund 440 Gäste", schätzt Michael Feldbach. Das macht sich sichtlich bemerkbar in dem Garten. Alle Bierbänke sind besetzt, manch Stammgast weiß um die Sitzplatznot und hat den eigenen Stuhl im Gepäck. Und auch am Versorgungsstand, der durch die Heimatfreunde betreut wird, tummeln sich die Hungrigen und Durstigen, so dass es zeitweilig zu einer langen Schlange führt. Doch die Ehrenamtlichen kümmern sich souverän um den Verkauf von 400 Bratwürsten, 200 Buletten, neun Kuchenblechen, zwei Zwiebelkuchenblechen und Schmalzstullen.

Und selbst fürs Auge wird etwas geboten - einmal abgesehen von den charmanten Musikern. Traditionell bieten Bärbel und Michael Feldbach bei diesen Konzerten Künstlern aus der Region ein Podium. In diesem Jahr stellt Agnes Schulz aus Frohse 12 Fotografien aus. Unter dem Titel "Wertlos - Wertvoll" zeigt sie Aufnahmen von Schrott und Federn. "Es ist Ansichtssache, was wertvoll ist", sagt die Schönebeckerin. Es sind Motive, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erklären. Genaues Hinsehen ist bei den Bildern von Agnes Schulz gefragt.

Das Besondere an ihren Bildern - nichts ist platziert. Agnes Schulz hält nur das mit der Kamera fest, was sich von allein ergibt. "Schrott ist geduldig", berichtet sie. Einmal im Monat geht sie dazu auf Fotosafari auf den Schönebecker Schrottplatz.

   

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