Pretzien/Plötztky l Es soll etwas passieren. So hat es Ralf Felgenträger vom Kreiswirtschaftsbetrieb bereits vor wenigen Tagen in der Volksstimme angekündigt. Aber der Bürgerinitiative aus Plötzky und Pretzien ist das nicht genug. "Nach dem der zuständige Landrat kürzlich von der geplanten Fahrraddemo Kenntnis erlangt hat, ließ er durch den Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes (Straßenbaulastträger) verkünden, es würde ein ehemals vorhandener unbefestigter Weg im Wald ertüchtigt werden", ließ die Initiative über deren Sprecher Thomas Scheid mitteilen: "Der Landkreis sowie der Oberbürgermeister der Stadt Schönebeck vertreten die Auffassung, dass dies doch wohl ausreichend wäre."

Die Mitglieder der Initiative fragen sich nun, ob es die Politiker wirklich ernst meinen. Daher wollen sie ihrem Anliegen weiterhin Druck verleihen und planen am morgigen Freitag von 16 bis 18 Uhr eine Fahrraddemo. Sie wird in Pretzien an der Kreuzung Magdeburger Chaussee/Gommernsche Straße starten. "Dieser Radweg ist aus der Sicht der betroffenen Bewohner der Gemeinden sowie der stetig zunehmenden Anzahl von Fahrradtouristen aus Gründen der Verkehrssicherheit zwingend erforderlich", betonte auch Gundhelm Franke, Ortsbürgermeister von Pretzien.

Ein Plan muss her

Da laut der Bürgerinitiative immer mehr Menschen die Strecke zwischen den beiden ostelbischen Gemeinden als Abkürzung über Gommern nach Zerbst verstehen, "steigt die Gefahr der Kollision zwischen Kraft- und Radfahrern", warnte Sprecher Thomas Scheid: "Es ist mehr als bedauerlich, dass die zuständige Landkreisverwaltung allem Anschein nach dieses Thema nicht wirklich ernst nimmt." Immerhin habe es auch schon in der Vergangenheit den einen oder anderen Anlauf gegeben, doch passiert sei nie etwas. Die Landkreisverwaltung habe es "bis heute nicht für erforderlich angesehen auf eine im Jahr 2013 im Kreistag übergebenen Unterschriftensammlung "Pro Radweg" schriftlich Stellung zu nehmen", monierte Scheid: "Überhaupt befremdet uns die Tatsache, dass der Salzlandkreis immer noch über keinen Radverkehrsentwicklungsplan verfügt."

Die Planungen der Verwaltung sei nicht ausgereift genug, denn es werde laut Scheid "kein amtlicher Radweg", sodass sich die Frage stellt, wer ihn wie unterhält. "Das bedeutet, dass letzten Endes die Radfahrer doch weiter auf der Kreisstraße fahren!", befürchtet der Sprecher: "Dass die Kassen der Kommunen leer sind, ist zwar bedauerlich, aber Sicherheit auf öffentlichen Straßen deshalb zu vernachlässigen?"