Die Kirchgänger von Atzendorf können den Sonntag kaum erwarten. Dann wird das frisch sanierte Kirchenschiff nach einem Jahr Bauzeit wieder eingeweiht. Die Gläubigen griffen dafür selbst zum Staubtuch, und der Alt-Pfarrer war mit dem Wischmopp unterwegs.

Atzendorf l Am Dienstagmorgen wuselt es in der Atzendorfer Kirche. Gleich am Eingang steht Waltraud Reiske und ist fast am Verzweifeln wegen des Gesangstafel. Sie möchte sie unbedingt schön polieren, "aber mein Putzmittel kann ich ja nicht nehmen, das ist doch Schiefer". Waltraud Reiske wohnt in Atzendorf und wird für die große Wiedereinweihung des Kirchenschiffs am Sonntag auch Kuchen backen.

Wie einige weitere Damen aus dem Ort gibt sie mit Alt-Pfarrer Michael Macha und Gemeindekirchenratsvorsitzenden Hartmut Rulf der Kirche den letzten Schliff. Auch wenn die Grundreinigung nach den Bauarbeiten schon erfolgte, es hat sich doch viel Staub angesammelt, und außerdem will man als Kirchengemeinde richtig glänzen am Sonntag.

Die fleißigen Damen mit ihren Lappen und Staubwedeln freuen sich richtig auf die Wiedereinweihung. "Oh ja, wir haben alle drauf gewartet", sagt Anneliese Hellbach, die mit einem großen Staubtuch durch die Sitzreihen geht. Sie schiebt gleich hinterher: "Es singt ja auch der Männerchor aus Förderstedt, und der Posaunenchor der Landeskirchengemeinschaft kommt auch." Anneliese Hellmund leuchten die Augen, wenn sie Richtung Altar schaut: Die Wand glänzt im strahlenden Blau, kleine goldene Sternchen sind eingefügt. "Und eine wunderbare Akustik ist hier drin", schwärmt sie.

Mit dem Staubtuch hat auch Doris Schäfer zwischen den Sitzreihen zu tun und besonders an den Glasfenstern, die das Schiff von der Winterkirche trennt. Sie ist extra aus Staßfurt für den kleinen Arbeitseinsatz gekommen. "Ich bin hier geboren und komme jeden Sonntag bei Wind und Wetter zum Gottesdienst", sagt sei. "Sie ist eben ihrer Kirche treu", kommentiert Alt-Pfarrer Michael Macha, der gerade mit dem Wischmopp Richtung Orgel putzt. Die Orgel strahlt übrigens auch in neuem Glanz, weil die Orgelpfeifen gesäubert und neu beschichtet wurden. Michael Macha ist ebenso froh über das Ergebnis der Sanierung. "Ich hätte ja fast nicht mehr gedacht, dass das noch was wird."

Gottesdienst beginnt am Sonntag um 14 Uhr

Gemeindekirchenratsvorsitzender Hartmut Rulf erwartet um die 300 Gäste bei der Wiedereinweihung am Sonntag. "Die Bauarbeiten verliefen zügig, es war ein voller Erfolgt", meint er.

Den Gottesdienst am Sonntag ab 14 Uhr werden Superintendent Matthias Porzelle und Pfarrer Peter Eichfeld abhalten. Männerchor, Posaunenchor und Matthias Müller, Organist vom Rühlmannorgel-Festival, werden erwartet. Dannach gibt es Kaffee und Kuchen. Am Abend wird auf der Wiese an der Kirche gegrillt.

Die Gesangstafel hat Waltraud Reiske übrigens auch ohne Putzmittel noch einwandfrei hinbekommen.

   

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