Auf ein kleines Abenteuer begibt sich am heutigen Sonnabend der Schönebecker Olaf Godlofski. Er will mehr als 1000 Kilometer durch Armenien, den Iran und die Türkei fahren. In vier Wochen möchte der Elbestädter von seinem Trip zurück sein.

Schönebeck l Wie schwer es ist, trotz eines deutschen Passes in den Iran hineinzukommen, erfährt Olaf Godlofski schon vor einigen Jahren. Als er ein Visum als Tourist beantragt, bekommt er eine abschlägige Antwort. "Das war sehr schade, aber ich wollte nicht aufgeben", berichtete der 51-Jährige vor einigen Tagen im Gespräch mit der Volksstimme.

Er startet jetzt einen zweiten Versuch und hat sich extrem gut vorbereitet. Zudem spielt die politische Großwetterlage - der Iran auf der einen Seite und die USA auf der anderen nähern sich in Gesprächen einander an - in seine Hände. Vor vier Wochen nun wird er in die Botschaft nach Berlin einbestellt und bekommt seinen Pass mit einem Einreisevisum.

Aber nicht ohne zusätzliche Hinweise, die der Schönebecker selbstverständlich erfüllen wird. "Ich bin Gast im Iran und werde mich an die Vorgaben und Gepflogenheiten anpassen", verspricht er nicht nur dem Botschaftsmitarbeiter, sondern auch der Volksstimme. Lange Hosen gehören ebenso zur täglichen Pflicht wie das Verbot, Alkohol zu konsumieren.

Die logistischen Vorbereitungen, die Olaf Godlofski treffen muss, sind nicht ohne und keinesfalls mit einer Pauschalreise an den Ballermann vergleichbar. Schon Monate vor dem Trip erkundigt er sich, ob die Grenzübergangsstellen im Iran für Ausländer, die mit dem Fahrrad reisen, überhaupt offen sind. "Zwischen Armenien und dem Iran gibt es nur einen schmalen 35 Kilometer breiten Korridor mit einer Grenzstelle. Dort möchte ich einreisen", berichtet der Schönebecker.

Zuvor muss er den Kleinen Kaukasus überwinden - mit dem Rad wohlgemerkt. Es sind insgesamt 375 Kilometer bergige Tour, wobei der höchste Pass dort bei 2344 Meter liegt.

Von dort geht es weiter in Richtung Teheran, die Hauptstadt des Irans. Etappe für Etappe will sich Olaf Godlofski durch dieses unbekannte Land vorwagen. "Gemeinsam mit dem Botschaftsmitarbeiter sind wir meine Route durchgegangen. Es gab einige Bereiche, die für Ausländer strikt gesperrt sind. Daran werde ich mich auch halten", sagt der 51-Jährige.

Wo und wie er im Iran übernachten wird, weiß er allerdings noch nicht. Im gesamten Land gibt es nur vier (!) Zeltplätze. Dieser Fakt zeigt deutlich, wie rückständig in Sachen Tourismus der Staat Iran mit seinen 78 Millionen Einwohnern ist. "Nach zwei oder drei Tagen Teheran will ich in Richtung Westen aufbrechen. Ziel: die Türkei", berichtet Godlofski. Ob er in den drei bis vier Wochen die Hauptstadt Ankara erreicht, weiß er heute beim Start noch nicht. "Ich bin da flexibel. Überall im Osten der Türkei gibt es Flughäfen. Von dort und über Istanbul komme ich ohne Probleme nach Deutschland zurück", sagt er vor dem Hintergrund, auch noch keinen Rückflug gebucht zu haben.

Seine 23 Kilogramm Gepäck, die er in mehreren Taschen verteilt hat, wird er heute für den Flug nach Jerewan, die Hauptstadt Armeniens aufgegeben. Mit dabei sein Viktoria-Rad aus heimischer Produktion, das extra für Olaf Godlofski mit seiner männlichen Statur verstärkt wurde. "Damit habe ich insgesamt schon 17000 Kilometer zurückgelegt", sagt er. Zuletzt die Strecke von Moskau nach Berlin.