Von wegen alt und zurückgezogen - im Altenheim Gnadau wird während des ganzen Jahres der Spaßfaktor gepflegt. Themenfeste, kreative Nachmittage und natürlich der Fasching dürfen dort nach Herzenslust ausgelebt werden. Woran auch der benachbarte Kindergarten seinen Anteil hat.

Gnadau. "Murmel-enten-mäusefüßler, Katzen-schweine-fantenbär", sangen die Kinder aus vollem Halse. Nicht jede Oma, jeder Opa wird den Sinn dieses drolligen Wortkonstruktes erfasst haben. Trotzdem, oder gerade deswegen, hatten die alten Leute ihren Spaß, als vor wenigen Tagen in den Gnadauer Anstalten Fasching gefeiert wurde.

Zum Schluss ihres großen Auftritts machten die Kinder eine Polonaise durch die Reihen. "Der Zug ist in Gnadau Hauptbahnhof eingefahren. Alles aussteigen!", kommandierte die Erzieherin.

Der Kinderzug war mehr als nur heiterer Programm-Punkt. "Auf diese Weise sind wir fast allen alten Leuten nahe und stehen nicht nur vorne, wie auf einer Bühne", erklärte Kita-Leiterin Santa-Maria Schäfer. So war zu beobachten, dass immer mal wieder eine Hand aus dem "Publikum" heraus huschte, um einen der vorbeiziehenden Knirpse anzufassen. "Die Bewohner wollen einfach nur mal wieder einem Kind die Haare streicheln", sagte die Erzieherin. So mancher Altenheimbewohner wird sich dabei an eine Zeit erinnert haben, als er selbst kleine Kinder oder Enkel hatte, die ständig um ihn herum waren. Heute sind solche Momente die große Ausnahme und deswegen besonders wertvoll. Wozu auch das Feingefühl der Kindergartenleitung beiträgt.

Wie Verwaltungsleiter Harald Meyer sagte, gibt es für die Altenheimbewohner "fast jeden Monat" eine Veranstaltung. Sommerlicher Höhepunkt sei das Erdbeerkuchenfest, das seinem Namen im lauschigen Garten des Hauses Ehre macht.