Ins Schwitzen gekommen sind die Verantwortlichen im Solequell. Der Grund: Die unter den Erwartungen liegenden Besucherzahlen. Nach den umfangreichen und im Juni 2010 beendeten Bauarbeiten kamen weniger Menschen als erhofft in das alles in allem attraktivere Bad. Mehr Gäste sollen nun mit einem reizvolleren Angebot angelockt werden.

Bad Salzelmen. Überschaubare Besucherzahlen, besucht man am Dienstag den Saunabereich des Solequells. Rund 2800 weibliche Gäste nutzten im vergangenen halben Jahr den als Damensaunatag deklarierten Dienstag, um sich zu entspannen. Damit ist dieser Thementag der Tiefpunkt der Woche. Denn an den anderen Tagen kamen rund 4000 Frauen und Männer ins Schwitzen. "Der Dienstag ist der besucherschwächste Tag", betont Betriebsleiterin Sibylle Schulz. Deshalb steht dieses Angebot nun zur Disposition. Am Donnerstag kommt der Betriebsausschuss Kur- und Gesundheitsverwaltung zusammen. Dann sollen sich die Stadträte mit dieser Frage beschäftigen.

"Wir schlagen vor, aber die Räte müssen entscheiden, ob sie dieses Angebot trotzdem weiter anbieten oder ob sie ihn aus finanzieller Sicht nicht beibehalten wollen", benennt Sibylle Schulz ganz klar die Zuständigkeiten. Sie geht offen mit der Debatte um. Denn eines will sie in jedem Fall vermeiden. "Die Diskussion um die Preiserhöhung im vergangenen Jahr hat uns nicht gut getan." Jetzt heißt es: "Wir wollen nicht wieder in die Diskussion geraten, die uns zermürbt."

Die geführte Debatte ist aus ihrer Sicht ohnedies einer der vielen Gründe, warum der Eigenbetrieb noch immer mit Verlust arbeitet. Dabei betont sie jedoch, "dass wir um eine Preiserhöhung nicht umhin kommen konnten". Ein Fehler der Vergangenheit ist ihrer Meinung nach, dass eine kontinuierliche Preisanpassung an die steigenden Fixkosten im Bad nicht stattgefunden hat. "Die Gebühren waren einfach nicht mehr gerechtfertigt", geht die Betriebsleiterin auf den damaligen 6-Euro-Eintrittspreis ein. "Wir haben versäumt, die Preise zu erhöhen", gibt sie zu.

Als weiteren Negativfaktor für das Solequell benennt Buchhalterin Britta Simon die Verzögerung bei den umfangreichen Bauarbeiten. "Unsere Mitbewerber haben nicht geschlafen", bezieht sich Britta Simon vor allem auf den Magdeburger Raum. Und das zeigt sich deutlich in der Besucherstatistik. So konnte das Solequell im ersten halben Jahr nach der Wiedereröffnung im Vergleich zu den Vorjahren lediglich 101 530 Gäste verbuchen. 2008 waren es dagegen 34 842 mehr. Zwar konnte aufgrund der Preiserhöhung 2010 der Nettoumsatz für diesen Vergleichszeitraum um 234 274 Euro erhöht werden. Aber: Das Solequell arbeitet weiterhin defizitär. Deshalb will Sibylle Schulz jetzt gezielt an den Besucherzahlen arbeiten. Mit 400 000 Bad- und Saunagästen im Jahr haben die Verantwortlichen schließlich kalkuliert. "Wir wollen unser Angebot noch attraktiver machen, so dass alle Kunden das Preis-Leistungsverhältnis gut finden", sagt die Betriebsleiterin.

Ein Anfang könnten Thementage in der Sauna sein, verrät sie kein Geheimnis. "Besondere Aufgüsse waren bisher seltener", weiß die Betriebsleiterin. Nun soll ein fester Aufgusskalender mit besonderen Beigaben wie Obst den Gästen einen Mehrwert bei gleichem Preis liefern. Zusätzlich könnten Themenabende wie ein Grillfest im Sommer für Höhepunkte sorgen und eine gewünschte Mundpropaganda auslösen. "Wir wollen so vor allem unsere verlorengegangenen Stammgäste wiedergewinnen", gibt Sibylle Schulz die Laufrichtung vor.

Optimistisch stimmen die Betriebsleiterin derweil die aktuellen Besucherzahlen. "Der Januar wird unser besucherstärkster Monat." Bereits Ende Dezember habe das Solequell über 1000 Besucher am Tag beherbergt. "Unser Angebot muss sich etablieren", weiß Sibylle Schulz. Die Statistik aufgesplittet zeigt sich jedoch, dass zwar die Besucherzahl im Bad die Leitung zufrieden stimmt. Sorgenkind bleibt vorerst die Sauna. "Momentan haben wir durchschnittlich 200 Saunagäste", nennt Buchhalterin Britta Simon den statistischen Wert. Ziel seien jedoch 250 Frauen und Männer täglich, die sich in den neun verschiedenen Saunen entspannen.