Am Montag ging eine 15-jährige Ära zu Ende. Der Jugendclub "Young Generation" verabschiedete sich mit einer letzten Party und schloss für immer seine Pforten in der Straße der Jugend. Doch so endgültig, wie es klingt, ist es nicht. Nach einer dreimonatigen Übergangszeit bezieht der Club am 1. Mai ein neues Domizil in der Welsleber Straße. Trotz dieses positiven Endes einer langen Zeit des Bangens und der Ungewissheit, lag große Wehmut in der Luft und viele Tränen flossen.

Schönebeck. Es war eine seltsame Stimmung. Vielen der über 50 Besucher, die am Montag in den "Young Generation" gekommen waren, sah man an, dass sie nicht recht wussten, ob sie lachen oder weinen sollten. Seit über 15 Jahren ist der Club in der Straße der Jugend eine feste Institution gewesen. Nun ist er zu. In vielen Gesprächsrunden schaute man am Montag wehmütig auf die letzten Jahre zurück.

"Schade, dass sie den Club abreißen, wir sind hier groß geworden", ärgert sich der 17-jährige Nick Schmidt. "Aber wir kriegen ja einen neuen Club. Das wird schon gut werden. Man muss immer positiv denken", gibt er seiner Hoffnung Ausdruck.

Auch Jessica Urbschat (16) ist traurig: "Mit dem Club sind sehr viele Erinnerungen verbunden. Hier sind viele Wünsche in Erfüllung gegangen und es wurde vieles möglich gemacht. Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass eine Möglichkeit gefunden wurde, den Club weiter bestehen zu lassen und hoffe, dass die Atmosphäre dort genau so geil wird. "

Gemischte Gefühle hat auch Sascha Welsch (16): "Wer weiß, wie es im neuen Club weiter geht. Aber letztendlich kommt es nicht auf das Gebäude an, sondern auf die Menschen. Und die bleiben die selben."

"Ich habe praktisch mein halbes Leben hier verbracht", erzählt Christoph Schulze, Clubratsvorsitzender des "Young Generation". "Viele Emotionen sind mit dem Club verbunden, aber wir sollten nach vorn schauen. Es wird im neuen Gebäude auch eine schöne Zeit werden, wenn auch für mich persönlich sicher nicht mehr so intensiv."

Intensiv waren die letzen Wochen und Monate nicht nur für die Clubbesucher, sondern auch für die Leiterin Trixi Ziener. Aus der langen Ungewissheit, ob und wie es weitergeht, wurde erst in der vergangenen Woche Klarheit. "Ich danke Erdmute Köppe und ihrer Mitarbeiterin Nadja Dauch vom Amt für Kinder, Jugend und Senioren. Sie haben das Wohngebiet regelrecht durchkämmt, um ein adäquates Objekt zu finden", bedankt sie sich. "Und nun heißt es Abschied nehmen", sagt sie leise, während ihr die Tränen fließen. "Ich bin wirklich froh, dass ein wohngebietsnahes Objekt gefunden wurde", freut sie sich. "Es ist wichtig für die Kids. Und aus den weißen Sparkassenräumen werden wir unser neues, buntes Reich zaubern!"