In die Initiativen um eine Bebauung der Steinstraße 6 kommt neue Fahrt: Gestern kamen zwölf Architekten zu einem öffentlichen Kolloquium zusammen, um über das Projekt zu sprechen. In den kommenden sechs Wochen entstehen Entwürfe für ein Wohngebäude, über die eine Jury dann befinden wird.

Schönebeck. Am Anfang stand die Idee von Muhamed Papic, das Grundstück in der Steinstraße 6 neu zu bebauen. Nachdem dort vor rund einem halben Jahr ein Gebäude abgerissen wurde, das die Baubehörden des Salzlandkreises aufgrund starken Schwammbefalls als nicht erhaltenswert erachteten, klaffte in zentraler Altstadtlage eine 1040 Quadratmeter große Baulücke und gab den Blick auf Rathausrücken und Hinterhöfe frei.

Jetzt wagt der private Investor einen Neustart. Ein Wohnhaus soll entstehen, die Innenstadt soll "Lebens-Räume" bieten. Das ist auch Anliegen des Wettbewerbes "Mut zur Lücke", den die Architektenkammer des Landes Sachsen-Anhalt, unterstützt vom Bau- und Entwicklungsministerium, bereits zum zweiten Mal durchführt. Im Schönebecker Bauamt, längst mit Entwicklungsvarianten für die Altstadt befasst, kam man auf die Idee, privates Investoreninteresse und Wettbewerb zusammenzuführen.

Landesweit beteiligen sich sechs Städte an dem Vergleich. Zunächst auf fünf Kommunen ausgerichtet, kamen Schönebeck und Blankenburg durch eigene Initiative zusätzlich zu "Mut zur Lücke". Dass ein Privatmann als potenzieller Bauherr auftritt, ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Elbestadt, das die Architektenkammer besonders hervorhebt.

Gestern trafen sich zwölf Architekten zu einem Kolloquium, zu dem auch Schönebecker Bürger eingeladen waren. Bei der Informationsveranstaltung wurde der Wettbewerb mit seinen Forderungen – Wohnbebauung und architektonischer Lückenschluss in der Altstadt – vorgestellt. Die Planer besuchten das Grundstück, konnten Fragen stellten, und kamen mit Beteiligten sowie Bürgern ins Gespräch. In den kommenden sechs Wochen gestalten sie ihre Entwürfe. Danach gibt es eine Vorprüfung, ob alle Auflagen erfüllt sind. Schließlich bewertet ein Preisgericht hinter verschlossenen Türen, so die Formalia, die Arbeiten. Anschließend werden die Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Dann haben die Schönebecker ein gutes Bild davon, wie es in der Steinstraße einmal aussehen wird. Der Wettbewerbsbeitrag der Elbestadt für "Mut zur Lücke" trägt den Titel "Urbanität, Geschichte, Vielfalt".