Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Ortsteilfeuerwehr Schönebeck/Tischlerstraße werteten bei ihrer Jahreshauptversammlung das Jahr 2010 aus. Außerdem wurden am Freitagabend im großen Saal des Rathauses Feuerwehrleute befördert und geehrt. Eine von ihnen ist Paula Mai.

Schönebeck. Für Paula Mai war die Jahreshauptversammlung der Schönebecker Ortsteilfeuerwehr eine ganz besondere Veranstaltung. Durch Stadtwehrleiter Ronald Mühlsiegel und Schönebecks Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase wurde sie mit vier weiteren Kameraden zur Feuerwehrfrau befördert. "Ich freue mich darüber und bin auch ein bisschen stolz", sagt die 19-jährige Schönebeckerin, die seit 2004 bei den Blauröcken dabei ist. Durch einen Freund sei sie auf das besondere Ehrenamt aufmerksam gemacht worden, sagt Paula Mai. Sie war sofort begeistert und wurde Mitglied der Jugendfeuerwehr. Seither fühle sie sich besonders von der Kameradschaft in der Truppe getragen, so die 19-Jährige.

"Feuerwehr ist ganz und gar nicht nur Sache für Jungen oder Männer", sagt die junge Frau selbstbewusst. Neun Kameradinnen im aktiven Einsatzdienst der Schönebecker Ortsteilwehr geben ihre Recht. Alle haben die gleiche Ausbildung wie Paula hinter sich gebracht, um bei Einsätzen Mensch und Tier, Hab und Gut zu retten. Mit 16 Jahren absolvierte Paula den ersten Teil des Grundlehrgangs, als sie die erforderlichen 18 Lenze erreicht hatte den zweiten. "So war die Beförderung jetzt nicht überraschend, aber ein schönes Gefühl ist es schon." Seit einem Jahr rückt sie bei Alarmierungen mit aus, in der Freizeit allemal oder wann immer es die Arbeit zulässt. Paula absolviert eine Ausbildung zur Fleischfachverkäuferin.

"Angst habe ich nicht, aber Respekt vor den Aufgaben, die kommen"

Paula will auf jeden Fall bei der Feuerwehr bleiben, sich weiter bilden. An ihren ersten Einsatz kann sie sich nicht mehr genau erinnern. Heute weiß sie, dass es wichtig ist, gut ausgebildet zu sein, um in Gefahrensituationen richtig, gezielt aber auch geistesgegenwärtig und gefasst zu reagieren. Und es klingt wirklich professionell, wenn die frisch gebackene Feuerwehrfrau beschreibt, was sie empfindet, wenn der Pieper sie ruft: "Angst vor Einsätzen habe ich nicht. Aber Respekt vor den Aufgaben, die kommen."

Diesen Respekt teilt sie mit 45 Menschen, die für die Schönebecker Ortsteilwehr 2010 in 1681 Stunden im Einsatz waren. 132 Mal wurden die Blauröcke gerufen, etwas weniger als 2009, wo die Wehr 150 Mal ausrücken musste. Wohnungsbrände, Wasserschäden, Tierrettungen, Sturmschäden, Verkehrsunfälle – "An den vielen Einsatzarten kann man sehen, wie umfangreich das Aufgabengebiet der Einsatzkräfte ist", konstatiert Ortsteilwehrleiter Manfred Grunert in seinem Rechenschaftsbericht.

Der Feuerwehrchef bestätigt seinen Leuten viel Motivation, Einsatzbereichtschaft und Pflichtgefühl – dokumentiert im Einsatztagebuch. Damit gehört die Schönebecker Ortsteilfeuerwehr zu dem Drittel der 104 Ortsteilfeuerwehren im Salzlandkreis, die 24 Stunden Alarmierungssicherheit bieten. Grunert richtete seinen Dank in diesem Zusammenhang aber nicht nur an die Feuerwehrleute selbst, sondern auch an deren Familien.

Der Ortsteilwehrleiter ist ebenso mit dem Ausbildungsstand zufrieden. Die Kameraden wüssten, dass ohne theoretische und praktische Ausbildung keine effektive Brandbekämpfung durchgeführt werden könne. "Durch die hohe Dienstbeteiligung sind die Fahrzeuge voll ausgelastet, so dass einige Kameraden im Gerätehaus ihren Dienst versehen."

Die Zusammenarbeit mit der Stadt bewertet Grunert als gut. 2010 konnten Einsatzkleidung, Ausrüstungsgegenstände und Gerätschaften angeschafft werden.

Im März erhielt die Wehr einen neuen Mannschaftstransportwagen. Nachdem die Fördermittel für das neue Gerätehaus durch das Innenministerium Sachsen-Anhalts bestätigt sind, warten Manfred Grunert und die Schönebecker Feuerwehrleute sehnsüchtig auf die Fertigstellung des Depots an der Geschwister-Scholl-Straße. Klappt alles, kann die Ortsteilfeuerwehr bereits im nächsten Jahr dort ihre Jahreshauptversammlung abhalten.