Sachsen-Anhalts Umweltministerium hat die Gründung regionaler Arbeitsgruppen angekündigt, um Probleme zu erörtern, individuelle und nachhaltige Lösungswege zu finden. Dazu sind Erfahrungen betroffener Kommunen notwendig. In der sogenannten Ortsbürgermeisterrunde reichte die Tornitzer Ortschefin Regina Grube Mittwochabend ihren Maßnahmekatalog ein.

Tornitz. "Nun gilt es, fachlich und sachlich auszuwerten, zu analysieren und zu handeln", fasst Ortbürgermeisterin Regina Grube die Ereignisse der vergangenen Wochen zusammen. Sie stellte einen Maßnahmekatalog auf, dessen einzelne Punkte ihr die Wasserwehrmitglieder Uwe Scholz und Matthias Kuhne zugearbeitet hatten. "Den Männern gebührt großer Dank. Sie haben zusammen mit dem LHW-Vertreter nach realisierbaren Möglichkeiten für die Zukunft gesucht", lobt die Ortsbürgermeisterin. Die Ergebnisse, die sie Mittwochabend vorstellte, sollen Bestandteil des Gesamtkonzeptes der Einheitsgemeinde werden, das das Land anfordert.

Um etwas zu bewegen, zu verändern, sei es jetzt der richtige Zeitpunkt. Regina Grube weiß, dass die Menschen erlebtes Ungemach schnell vergessen und zur Tagesordnung übergehen. Deshalb hat die Tornitzerin die Erkenntnisse ihrer lokalen Fachleute zusammengefasst, die es nun abzuarbeiten gilt.

Ganz oben auf der Liste steht eine Vollversammlung des Grabenverbandes. "Die Kommunen sind Mitglieder, stehen deshalb auch in der Verantwortung", unterstreicht Grube.

"Man könnte Gelder des Leader-Programms umschichten"

Eine Änderung wünscht sie sich in der Kompetenzverteilung: Brücken und Überfahrten sollten ebenso in den Händen des Unterhaltungsverbandes liegen wie die Gräben selbst. Nicht selten sei es so, dass ein Graben in Ordnung ist, die Brücke aber ein Hindernis darstelle.

An die Adresse des Amtes für Flurneuordnung und Forsten (ALFF) gerichtet, regen die Tornitzer an, Mittel für die Entwässerung bereitzustellen. "Man könnte Gelder des Leader-Programms umschichten", schlägt sie vor. Mit diesem Fördertopf soll der ländliche Raum auf breiter Ebene gestärkt werden.

Dringend notwenig sei die Asphaltierung des Feldweges an der Langen Wische. Hier quält sich der Umleitungsverkehr entlang, weil der Ortsausgang in Richtung Werkleitz unter Wasser steht. Der Weg ist eine matschige Schlaglochpiste, die Pkw zur Schrittgeschwindigkeit zwingt.

Als besonderen Schwerpunkt nennt Regina Grube "Erdverwallungen" an neuralgischen Punkten. Wo man das Drängwasser durch Sandsackbarrieren halbwegs fernhielt, sollten kleine Wälle entstehen. "Ich glaube, das wäre eine Maßnahme, die man recht unbürokratisch und schnell umsetzen könnte, noch bevor die Konzepte greifen", urteilt sie.

Ein weiterer Grundgedanke lautet so: "Wo Wasser ¿entsteht‘, muss es gleich abgepumpt werden." Das "Quellgebiet" des Landgrabens befindet sich unweit der Tornitzer Schäferei. Diesem Bereich müsse besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Dank achtsamer Beobachtungen der Wasserwehr-Kameraden vermerkt das Papier zahlreiche Schwachstellen, die es jetzt abzustellen gilt. Oft liest man die Worte Graben, Aufschottern, Entwässern, Säubern oder Ausbaggern.

In einem Jahr wird man ein Fazit ziehen, inwieweit diese Dinge realisiert wurden.