Schönebeck. Wie geht es weiter mit dem Wohngebiet Am Streitfeld? Seit Monaten sind hier – zwischen Bad Salzelmen und Felgeleben – quasi sämtliche Bauaktivitäten eingestellt. Eine Firma aus Wanzleben ist für den Bereich als Erschließungsträger tätig. Doch es geht nicht voran, weil die Stadt Schönebeck Probleme sieht bei einer weiteren Bebauung. Grund ist das hier hoch stehende Grundwasser, zudem könnte Oberflächenwasser im Falle einer weiteren Bebauung weniger gut verdunsten, beziehungsweise abfließen. Das leidige Schönebecker Problem mit Grund- und Drängwasser würde sich weiter verstärken, noch mehr Hausbesitzer würden wahrscheinlich von durchnässten Kellern betroffen sein.

Wie geht es nun weiter? Das wollte Stadtrat Reinhard Banse (FDP) auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses von der Verwaltung wissen. "Hier muss unbedingt eine Bebauungssperre durch die Stadt ausgesprochen werden. Ansonsten droht eine Verdichtung des Erdbodens, zum Leidwesen vor allem der Felgeleber", warnte Banse.

Baudezernent Guido Schmidt erwiderte, dass im Streitfeld vor der Fortsetzung der Bautätigkeit sichere Verhältnisse geschaffen werden müssten. Um dieses Ziel zu erreichen, werde eine Stellungnahme der Unteren Wasserbehörde des Salzlandkreises abgewartet.

Diese Einschätzung ist nach Volksstimme-Informationen erfolgt und der Stadt Schönebeck bislang mündlich mitgeteilt worden. Die Chefin des Umweltamtes des Landratsamtes, Christiane von Wagner, erläutert: "Etwa beim Bau eines Einfamilienhauses ist eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Versickerung der Niederschläge durch uns nötig. Diese Erlaubnis können wir in Anbetracht des sehr hohen Grundwasserstandes im Streitfeld nicht mehr ohne Weiteres erteilen." Die Stadt, so die Amtsleiterin, müsse sich hier andere Lösungen einfallen lassen, damit Niederschlagswasser abgeführt werden kann. Diese Einschätzung werde der Stadt Schönebeck demnächst auch schriftlich zugehen.

Stadtrat Christian Jung (Rettet die Altstadt) meinte während der Diskussion im Hauptausschuss, dass das Vorhaben einer weiteren Bebauung des Streitfeldes ebenso "eingeschläfert" werden müsse wie das geplante Wohngebiet an der Gnadauer Straße. "Wir haben genug andere Baugebiete in Schönebeck", sagte Jung.

In der Sitzung wurde die Vermutung geäußert, dass die letztlich notwendigen Auflagen für eine weitere Bebauung des Bereiches so hoch sein werden, dass die daraus entstehenden Kosten für Erschließungsträger und Bauherren nicht mehr akzeptabel seien.