Blumen haben ihre eigene verschlüsselte Sprache. Wer sie versteht, kann am Valentinstag nicht nur einen Strauß, sondern eine ganz besondere Botschaft schenken. Eine Erklärung der Blumensprache.

Schönebeck. "Mein Mann sagt immer: ¿Dir Blumen zum Valentinstag zu schenken, ist wie Wasser in die Elbe zu gießen.‘" Traurig ist Monika Hesse deswegen nicht.

Die Blumenhändlerin aus Schönebeck steht jeden Tag in einem Meer aus prächtigen Blüten, grünen Blättern und dem Duft aus tauesendundeiner Nacht. Aus dem Orient soll auch die Tradition kommen, die Blumen für sich sprechen zu lassen. Anfang des 18. Jahrhunderts bereiste die englische Schriftstellerin Mary Wortley Montagu den Orient und lernte in den Harems die Kommunikation der Blüten kennen – ein umfangreiches Zeichensystem. Damals konnten sich Liebende nicht zwanglos treffen, über ihre Gefühle sprechen. Deswegen überbrachten sie ihre Geständnisse und Wünsche durch Blumensträuße. Mary Wortley Montagu schrieb ein Buch über den Code der Blumen, das den Trend nach Europa gebracht haben soll.

Will Mann am Valentinstag die richtige Botschaft verschenken, gibt es einiges zu beachten, das weiß auch Monika Hesse. "Jede Blume und auch die Farbe hat ihre eigene Bedeutung." Den Verliebten rät sie zu roten Rosen, die sagen ganz unverblümt: Ich liebe dich. Die rosa Rosen sind vorsichtiger und bedeuten "Ich habe Gefühle für dich – sie sind noch sehr zart". Die blauen Blüten des Vergissmeinnicht versprechen Liebe und Treue. Diese Blumen sind das richtige für Paare, die sich selten sehen.

Etwas unverfänglicher geht es mit der Sonnenblume. Bei ihr entsteht der Eindruck, als würde sie den ganzen Tag lächeln. Ein Sonnenblumen-Gruß sagt dem Gegenüber ganz einfach "Ich mag dich". Ist sich der Mann seiner Auserwählten noch nicht sicher, kann er seine Bewunderung durch die Schnitt-Orchidee sprechen lassen. Sie gesteht der Angebeteten "Du bist wunderschön".

Doch vorsicht: Ein Geschenk in der schönsten Sprache der Welt kann auch schlechte Nachrichten überbringen. So steht die Margerite für Misstrauen, hinterfragt die Gefühle des Partners. Die gelbe Rose geht noch weiter: Sie spricht von Eifersucht, Untreue und abnehmender Liebe. Und letztendlich sagt das "Lass mich in Frieden" der Wucherblume mehr als tausend Worte.

Wer am Montag einen großen Strauß verschenken möchte, sei unbesorgt – es entsteht kein Botschaftenmix. Die Mischung hebt die Blumensprache wieder auf. Und macht die Blumen wieder zu dem, was sie sind: ein Geschenk von Herzen.