"Der Worte sind genug gewechselt, nun lasst uns endlich Taten seh‘n", zitierte der Vater des Staßfurter Schülertheaters Dr. Peter Leciejewski, als Kultusministerin Birgitta Wolff Donnerstagabend im Saal des Staßfurter Salzlandtheaters Platz genommen hatte. Die Taten folgten in Form einer kleinen Präsentation der großen Vielfalt, deren Macher hier zu Hause sind.

Staßfurt. Und die Ministerin war begeistert. Die Kostproben der Mitglieder des Jugendblasorchesters Staßfurt, des Schülertheaters vom Dr.-Frank-Gymnasium, der Lebenshilfe-Theatergruppe Randlichter und zweier Akkordeonspieler der Kreismusikschule zeigten Wirkung. Nicht allein, weil Birgitta Wolff in den beiden Akkordeonspielern zwei der Besten des Landes wiedererkannte.

"Ehrenamt kann unglaublich viel auf die Beine stellen", stellte sie im Anschluss beeindruckt fest. Es müsse nicht immer die "bezahlte Staatskultur" sein, um Kultur zu leben.

Der Förderverein des Salzlandtheaters Staßfurt e.V. als Hausherr hatte die Ministerin natürlich nicht in erster Linie eingeladen, um ihr einen unterhaltsamen Abend zu bieten.

"Wir erhoffen uns Unterstützung für eine Theaterpädagogin"

"Wir erhoffen uns Unterstützung aus Magdeburg, um wieder eine Theaterpädagogin bei uns zu haben", erklärt Vereinsvorsitzende Karin Marzahn.

Theaterleiter Norbert Viertel, war natürlich ebenso stolz über den Besuch der Ministerin. Er hob neben der kulturellen Seite auch die soziale Aufgabe hervor, die das Haus erfüllt. Denn hier treffen sich unter anderem die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs, finden Psychoseseminare statt. Viertel verbindet nun mit einer Theaterpädagogin die Hoffnung, künftig systematischer mit Schulen zusammenarbeiten zu können.

Zuletzt gab es 2008 dieses Bindeglied.

Nach den künstlerischen Kostproben auf der Bühne führten Mitglieder des Theaterfördervereins den Gast durch das Haus. Dabei erfuhr Birgitta Wolff unter anderem auch vom hohen finanziellen Aufwand, der in den vergangenen Jahren zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes betrieben wurde. Vorstandsmitglied Siegfried Wiertschok nannte eine Zahl von über 250 000 Euro, die investiert wurde und wovon sowohl Firmen als auch gemeinnützige Einrichtungen wie das BBRZ Rathmannsdorf mit seinen Auszubildenden profitierten.

Zuletzt hatte die Weltkugel-Stiftung – das Theatergebäude gehört der Freimaurer-Loge Zu den drei Weltkugeln – 30 000 Euro für Wärmedämmung, neue Fassade und Fenster locker gemacht.

Karin Marzahn ist unterdessen zuversichtlich, dass der Besuch Früchte tragen werde. "Die Ministerin hat versprochen, uns zu unterstützen und ein Projekt über die Ganztags-Sekundarschule Am Tierpark auf die Beine zu stellen." Nur auf diesem Wege könnten Theaterpädagogen gefördert werden.