Und täglich grüßt die Flaschen-Schar. Am Leser-Telefon beklagten in den vergangenen Wochen mehrere Schönebecker überquellende Altglascontainer – ein bekanntes Problem. Die Volksstimme hat sich auf die Suche nach den Ursachen gemacht.

Schönebeck. Sie sprechen von "Schandflecken", von "Versagen der Entsorgungsfirma" – Anwohner in Schönebeck sind sauer. Denn in Stadtteilen wie Bad Salzelmen und Frohse waren in den vergangenen Wochen Altglascontainer wieder einmal überfüllt. Die Volksstimme berichtete nicht nur einmal über das Problem. Aber woran liegt es, dass es schon wieder aktuell ist?

Verantwortlich für die Altglasentsorgung im Altkreis Schönebeck ist seit Januar 2010 die Mitteldeutsche Logistik GmbH. Sie ist auch für den Rest des Salzlandkreises zuständig.

Damit die Firma bei der Ermittlung des Entsorgungsbedarfs nicht komplett auf sich gestellt ist, hat ihr der Grüne Punkt, der den Auftrag vergibt, eine sogenannte Systembeschreibung zur Verfügung gestellt. In der steht, wie oft die Altglascontainer im jeweiligen Bereich geleert werden sollten. Für Weißglas heißt es dort zum Beispiel "bedarfsweise 14-tägig".

Einen bindenden Abfuhrrhythmus für Glas gibt es nicht, erklärt Heiko Müller vom Grünen Punkt. Jedoch: "Die Zyklen stellen einen Mindestbedarf dar. Sollte es notwendig werden, einzelne Standplätze zu leeren, so ist dieser Bedarf anzupassen."

Da stellt sich die Frage, warum dieser Zyklus in letzter Zeit offensichtlich nicht immer eingehalten wurde. Beim Grünen Punkt angefragt, hakte dieser bei der Mitteldeutschen Logistik GmbH nach. "Zur Begründung für die Abfuhrprobleme bei der Altglasentsorgung wurde die winterliche Situation, die dadurch erschwerten Abfuhrbedingungen und der nicht ausreichende Winterdienst angeführt", erklärt Heiko Müller von der Pressestelle.

Merkwürdig. Schließlich beschert uns Petrus hier seit Wochen weder Schnee noch Glatteis. Doch trotzdem klagte erst Ende Januar ein Schönebecker am Leser-Telefon über nicht geleerte Container in Bad Salzelmen. Und Anfang dieser Woche häuften sich auch neben dem Container am Reuterplatz in Frohse die Flaschen.

Dann muss es wohl noch eine andere Ursache geben. Auf Volksstimme-Nachfrage bei der Mitteldeutschen Logistik GmbH hat Sven Winkel zwei Gründe parat. Erstens: "Von unseren drei Glasladern dient zwar bereits einer als Reserve-Fahrzeug. Aber wir hatten kürzlich gleich mit zwei Autos Probleme – bei einem mit dem Kran, beim anderen mit der Luftregulierung." Zweitens: "Vor einer Woche haben wir einen Mitarbeiter ausgewechselt. Deshalb gab es zwischenzeitlich eine Lücke."

Mittlerweile, versichert Winkel, seien aber beide Probleme geklärt. Mal sehen, ob das in den kommenden Wochen auch auf den Containerplätzen sichtbar wird. Als noch der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises für die Altglasentsorgung im Altkreis Schönebeck zuständig war, liefen – zumindest in der Volksstimme-Redaktion – nicht so viele Beschwerden auf. Doch warum? Vielleicht liegt es an der Zahl der Fahrzeuge. Denn während der aktuelle Entsorger nach eigener Aussage mit seinen drei Fahrzeugen – von denen eines als Reserve dient – die drei Altkreise des heutigen Salzlandkreises plus ein Drittel von Magdeburg abdeckt, arbeitete der frühere Entsorger mit einem Glasfahrzeug plus einem Reserve-Fahrzeug in nur einem Altkreis.

Vielleicht liegt es aber auch an der Routine des Altversorgers. Schließlich betreute er das Gebiet rund 20 Jahre lang.

Übrigens: Der Auftrag für die Altglasentsorgung im Salzlandkreis läuft am 31. Dezember dieses Jahres aus. Für die neue Periode will sich der Abfallwirtschaftsbetrieb nicht bewerben. "Wir haben für die Altkreise Staßfurt, Bernburg und Aschersleben nicht die richtige Technik", erklärt Mitarbeiter Reinhold Kockx die Zurückhaltung. Die Mitteldeutsche Logistik GmbH hingegen kündigte an, wieder dabeizusein.