Verlängerter Damensaunatag, veränderte Zeiten, leichte Preiskorrekturen und Themenevents in Sauna und Bad – die Mitglieder des Ausschusses für Kur- und Gesundheitswesen haben jetzt über Strategien für den Solequell beraten. Ideen gibt es viele und auch die Besucherzahlen stimmen momentan.

Schönebeck. "Wir wollen eine durchgehende Stabilität in der Entwicklung erreichen", sagt Schönebecks Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase. Der Stadtchef erklärt das Hauptziel von Stadt, Politik und Kurparkverwaltung, geht es um den Solequell. Das Bad hatte nach dem Umbau Startschwierigkeiten im Herbst. Aktuell muss die Stadt rund 400 000 Euro für den Eigenbetrieb ausgleichen.

Doch die Zahlen stabilisieren sich. Betriebsleiterin Sibylle Schulz berichtet von mehr Besuchern in den vergangenen Monaten. "Seit dem Umbau war der Januar der besucherstärkste Monat", so die Kurparkchefin. 26 167 Besucher zählte man. Es gab mehrere Tage, an denen zwischen 1000 und 1300 Leute da waren. Das ist genau die Anzahl an Besuchern, die der Solequell braucht, um effizient sein zu können. "Wenn es so weitergeht wie im Januar, schreiben wir schwarze Zahlen", sagt Sibylle Schulz. "Denn unser erklärtes Ziel ist, dass wir kostendeckend arbeiten wollen." Dabei müssten die Monate der Saison so stark laufen, dass man die anderen Jahreszeiten auffange.

Mit speziellen Angeboten wolle man aber den Besucherandrang zu Stoßzeiten entzerren. Denn häufig kämen viele zur selben Zeit, so dass es vormittags voll im Bad ist. An den Nachmittagen, so die Betriebsleiterin, seien dagegen oft noch Kapazitäten vorhanden.

Gute Voraussetzungen also für die Mitglieder des Kur- und Gesundheitsausschusses, an der Richtung zu arbeiten, die man mit dem besonderen Angebot in Schönebeck einschlagen will. OB Hans-Jürgen Haase bleibt bei seiner Bewertung eines Luxusbades, auch wenn es dafür öffentliche Kritik hagelte.

Damensaunatag bleibt erhalten

Sibylle Schulz pflichtet dem Stadtchef bei und betont das "Alleinstellungsmerkmal Sole" für das Haus, einzigartig in der Region. Bezogen auf Angebot und Preispolitik, will sie die Bäder rund um Schönebeck eben "nicht über einen Kamm scheren", und betont gleichzeitig, dass man beim Preisdurchschnitt im Umlandvergleich im mittleren Bereich liege.

An den Preisen rütteln deshalb auch die Stadträte nicht. Kein Geheimnis ist, dass mit Sole angereichertes Wasser spezielle Technik erfordert, die wiederum muss gepflegt und gewartet werden. Und das hat seinen Preis. Zudem tragen die Mitglieder den Gedanken des Heil- und Gesundheitsbades, das sich vom Übrigen, wie der Schwimmhalle, abheben müsse.

Im Ausschuss setzt man im nichtöffentlichen Teil andere Akzente, vor allem für den neuen Saunabereich, dem gewünschter Zuspruch noch fehle. OB Haase fasst die Diskussion zusammen, auch wenn Stillschweigen vereinbart wurde. So werden die Zeiten des Damensaunatages ausgebaut. Vom Gedanken, ihn abzuschaffen, sei man weg, so der Stadtchef. "Wir wollen das Thema offensiv angehen." Er soll nun ganztägig und mit speziellen Angeboten durchgeführt werden. Die Preise im Frühsaunabereich sollen günstiger werden. Insgesamt soll es mehr Events in den Dampfkammern geben, spezielle Aufgüsse und Themenabende. Verändert werden vermutlich die Abendschwimmzeiten und -preise, auch die für die Kinder. Rund um das Bad soll es Angebote, wie Grillfeste, geben.

Angebote für ein Jahr im Probelauf

Der Ausschuss berät noch einmal am 24. Februar über die Vorschläge. Alles könnte dann am 1. März in Kraft treten. Für ein Jahr werden die Angebote dann getestet. OB Haase sagt, dass man zudem die Werbung breit streue, denn der Einzugsbereich des Bades betrage rund 100 Kilometer. Außerdem arbeite man an Kooperationen mit Unternehmen, vergleichbar mit dem Sparkassenbadetag.