Ende August 2011 wird der Ortsteil Barby sein 1050-jähriges Bestehen mit einer Festwoche feiern. Ein großer Festumzug mit Akteuren aus allen Ortsteilen soll den Höhepunkt bilden und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Einheitsgemeinde dokumentieren. Bei Michael Pietschker laufen die organisatorischen Fäden zusammen.

Barby. Es ist schon mehr als nur ein Grobentwurf des Festwochenprogramms, das da auf dem Tisch liegt. Bis Mai sollen alle Termine endgültig unter Dach und Fach sein und die Broschüre gedruckt werden. Die inhaltliche Ballung würde für zwei Wochen Programm reichen, dabei findet das Jubelfest "nur" vom 20. bis 28. August statt. "Alle Partner ziehen mit. Es macht richtig Freude", lobt Michael Pietschker. Für insgesamt 15 Monate hat er einen geförderten Arbeitsplatz. Der Groß Rosenburger koordiniert die Festvorbereitung, bündelt Ideen und knüpft Kontakte zu potenziellen Mitmachern. Als Vereinsvorsitzender des Rosenburger Kultur- und Karnevalsvereins, Stadtrat und mit zig kulturorganisatorischen Erfahrungen im Gepäck ist er kein Neuling auf dem Gebiet.

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail

"Wie gut uns die Leute unterstützen, sieht man am Aufruf für die Wimpelketten", sagt er. Zur Erklärung: Im September vergangenen Jahres wurde ein Appell gestartet, die Bürger mögen Alttextilien bei der Stadt abgeben. Um Geld für die Neuanschaffung von rund 3000 Meter Wimpelketten zu sparen, die relativ teuer sind. "Wir haben soviel Stoff bekommen, dass es dicke reicht", freut sich Michael Pietschker. Ein größeres Problem werde vermutlich im Sommer die Installation des Fahnenschmucks bereiten. Warum? "Es sind ja kaum noch Straßenlaternen da, wo man die fest machen kann." So wird es für ihn zusätzlichen Aufwand bedeuten, die Hauseigentümer um Erlaubnis zu bitten.

Aber der Teufel steckt bekanntlich in vielen kleinen Details. So müssen die vier Stadttor-Nachbildungen solche Dimensionen haben, dass große Fahrzeuge, wie zum Beispiel die Drehleiter der Feuerwehr, ungehindert durch passen. Auch bei näherer Betrachtung der Festwiese am Schützenplatz stellt sich ein Problem dar. "Die Schausteller haben schon gesagt, dass sie die steile Deichüberfahrt am Judendamm mit ihren Fahrzeugen nicht bewältigen können. Das hatte ich übersehen", gesteht Pietschker. Also müsse "nachgebessert" werden, in Form einer Anschüttung. Auf dieser Wiese steigt das Finale mit Getöse der unterschiedlichsten Art: Nachmittags donnern die Schützen beim "Scharmützel", abends spielt die Berliner Rockgruppe "City" ("Am Fenster") mit der Vorgruppe "Die Zöllner". Dafür muss eine große Bühne montiert werden, wo sonst die Kühe weiden.

Apropos, laut. Tags zuvor, am 26. August, steht ein Open air auf dem Barbyer Marktplatz auf dem Programm. Vier Barbyer Amateur-Rockbands geben sich die Ehre. Ein Bühnenspektakel vor interessanter Kulisse, das die Calbenser Rocknächte auf dem dortigen Marktplatz seit Jahren vormachen.

Während der ganzen Festwoche werden 30 freiwillige Hilfskräfte benötigt. "Sie werden als Einweiser oder Kassierer eingesetzt. Um die werden wir uns noch kümmern", sagt Pietschker. Schließlich müssen Teile der Innenstadt an vier Tagen komplett gesperrt werden. So beim großen Festumzug, der mit 50 Schaubildern, 800 Mitwirkenden und acht (!) Marschkapellen recht imposant werden dürfte. Als "Ordner" fungieren Stadtwachen, die blau-weiße Gewänder tragen. "Dazu hat sich bereits ein Mann gemeldet, der 1986 schonmal Wache war", weiß Michael Pietschker zu berichten.

Bildband mit rund 80 Ansichten

Der Groß Rosenburger studiert eifrig Unterlagen der Tausendjahrfeier 1961 und des 1025. Stadtjubiläums von 1986, die es erstmal zu toppen gilt. Was damals zahlreiche volkseigene Betriebe an Sach- und Personalleistungen übernahmen, muss heute über Sponsoren reinkommen. Die großen Stadttore werden beispielsweise in einer geförderten Maßnahme in Calbe gebaut.

Der Kirchbauverein sagte nach dem 1986er Vorbild eine Ausstellung in der Marienkirche zu. Neben Abendmahlsgeräten und uralten Schriften soll auch jene Riesenfahne gezeigt werden, die Pfarrer Ludwig Fuchs und Otto Beckmann im April 1945 unter Einsatz ihres Lebens vom Kirchturm hissten. Sie signalisierten damit die Kapitulation der Stadt und verhinderten einen Beschuss durch die Amerikaner.

Und noch einen Blick in die Vergangenheit wird es geben. Der Historiker Prof. Dieter Engelmann und Heimatfreund Rüdiger Frensel erarbeiten einen Bildband mit etwa 80 historischen Ansichten.

Michael Pietschker wird von einer Arbeitsgruppe unterstützt, zu der erfahrene Barbyer zählen. Sie tagt am 14. März im Haus der Begegnung.

Wer Fragen oder Ideen hat, hier die Rufnummer des Koordinators (03 92 98) 29 79 71.

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