Die Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) wird ein Großteil ihres Unternehmens aus Schönebeck verlagern. Dafür haben die Stadträte die Weichen gestellt. In Staßfurt wird dem Unternehmen nun der rote Teppich ausgerollt.

Schönebeck/Staßfurt. "Es ist vorgeschlagen worden, dass der Hauptsitz nach Staßfurt gehen wird", sagte vorgestern auf Anfrage der Volksstimme der Pressesprecher der EMS, Frank Sieweck. Jetzt beginnt das Unternehmen die Suche nach einem neuen, geeigneten Standort. Im Gespräch ist unter anderem das leerstehende Rathaus in Förderstedt und ein zweiter Standort im Gewerbegebiet in Staßfurt. Der EMS scheint die Dezentralisierung aber nicht ganz recht zu sein. "Es gibt derzeit eine Reihe von Optionen", so der Pressesprecher. Die Vorzugsvariante der EMS wäre, ein zentrales Objekt in der Stadt Staßfurt zu finden.

Siewecks Worten zufolge ist der regionale Gasversorger auch ein guter Steuerzahler. In den vergangenen Jahren habe die EMS im Durchschnitt pro Jahr mehr als 500 000 Euro Gewerbesteuern in die Schönebecker Stadtkasse gezahlt.

Da ist es kein Wunder, dass sich Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) über die Entscheidung des Aufsichtsrates freut, dass die EMS ihren Hauptsitz nach Staßfurt verlegen will. "Das ist eine logische Konsequenz der Entscheidung des Schönbecker Stadtrates", so Zok. Staßfurt bilde dann für das Unternehmen den Schwerpunkt im Netz- und Kundenbereich. Die Kommune werde dem Unternehmen geeignete Objekte anbieten, kündigte der Oberbürgermeister an.

"Das ist ein Geschenk, dass man annehmen muss", freute sich auch Stadtratschef Dr. Walter Blauwitz (Die Linke) über die EMS-Offerte. "Wenn sich ein so potenter Steuerzahler anbietet, sich in unserer Stadt niederzulassen und wenn man dann auch noch hoffen kann, dass die Steuergelder auch in den nächsten Jahren fließen, müssen wir alles Mögliche tun, um ein passendes Gebäude für ihn zu finden", sagte er.

Der stellvertretende Förderstedter Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Lärz (CDU) meinte: "Eine Stadt sollte Gewerbe ansiedeln." Dafür gebe es in Förderstedt nicht nur das Rathaus, sondern auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel bei der Firma Sikora. Vom Rathaus sollte die untere Etage für das Bürgerbüro, das Standesamt und das Büro des Ortsbürgermeisters der Öffentlichkeit zugänglich bleiben.